Psychologin verrät, wie du eine Woche planen musst, um glücklich zu sein

Um die Freizeit optimal zu gestalten, hetzen viele von Verabredung zu Verabredung. Das erzeugt Stress und macht nicht glücklich. Dabei gibt es ein paar einfache Tricks, um mehr Zeit für sich selbst zu haben.

Familie, Freunde, Beruf, Hobbys und Urlaub – da bleibt nicht mehr viel Zeit für Langeweile. Stattdessen ist ein straffes Zeitmanagement gefragt, um all die Aufgaben zu erfüllen. Eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen hat ermittelt, dass die Deutschen ihre Zeit durchtakten. Mitherausgeber Ulrich Reinhardt vermutet dahinter sogar eine Angst vor Untätigkeit.

Gerade dieses Streben geht auf Kosten des eigenen Glücksempfindens, sagte Psychologin Friederike Gerstenberg in einem Interview mit "Zeit Campus Online". Denn bei den vielen To-Dos des Alltags bleibt das eigene Befinden oft auf der Strecke, hat die Psychologin beobachtet: "Wir unterschätzen, wie viel Zeit wir für uns brauchen." Doch mit ein paar einfachen Tricks lässt sich die Woche so planen, dass sie glücklich macht.

1. Überlegen, was gerade wichtig ist

Das Leben verändert sich und damit auch die Dinge, die gerade wichtig sind – oder es zumindest zu sein scheinen. Deshalb lohnt es sich, immer wieder zu hinterfragen, wer oder was einem am Herzen liegt: die Partnerschaft, Kinder, Familie, der nächste Schritt auf der Karriereleiter, die Sportmannschaft, Kraulen lernen, die nächste große Reise planen…

2. Mit wem fühle ich mich wohl? Mit wem nicht?

Aus dieser Sammlung lässt sich ein Netz an Menschen spinnen, die einen umgeben. Frederike Gerstenberg empfiehlt, sich zu fragen: Bei welchen Menschen fühle ich mich wohl, bei welchen nicht? Fragen Sie sich das, ohne in diesem Stadium bereits zu entscheiden, wer später wie viel Zeit bekommt. Gerstenberg sieht die ersten beiden Schritte als Grundlage, um später priorisieren zu können. Denn es geht darum, wer und was einem wirklich wichtig ist.

3. Am Sonntag die Woche planen – aber mit Bedacht

Der Crossfit-Termin am Mittwoch ist gesetzt und damit sind noch vier Abende der Woche frei, um etwas anderes zu unternehmen? In der optimierten Welt, in der auch die Freizeit im Smartphone-Kalender verwaltet wird, ist es verlockend, einen Termin nach dem anderen zu setzen. Vor diesem Impuls warnt die Psychologin: "Haben Sie dann noch Zeit, diese Verabredung zu reflektieren und sacken zu lassen?" Nur so bleibe auch etwas vom Tag hängen und gehe nicht im allgemeinen Rauschen unter.

4. Zu viele Termine? Priorisieren hilft

Die alte Schulfreundin ist in der Stadt, Elternabend in der Schule, Jour-fix beim Italiener mit der Clique vom Fitness-Kurs und die Schwiegereltern haben sich auch angekündigt: Bei so viel Programm hilft nur, eine Liste zu erstellen und zu gewichten, was wie wichtig ist. Mit wem bin ich wie eng befreundet? Wen kann ich nur selten sehen, wen kann ich vertrösten, weil die Woche sonst zu anstrengend wird? "Irgendwann muss man selbst sagen: Nein, ich schaffe das nicht mehr", empfiehlt Gerstenberg. Oder umgekehrt: "Wer sich freut, dass ein Freund kurzfristig absagt, ist überlastet." Das sei ein eindeutiges Zeichen.

Berichte, Videos, Hintergründe: Von Montag bis Freitag versorgt Sie FOCUS Online mit den wichtigsten Nachrichten aus dem Gesundheitsressort. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren.

5. Verabredungen absagen

Ja, das kann man. Man kann danach sogar allein auf der Couch lümmeln, statt einen Termin nach dem anderen abzuhaken – und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Auch Frederike Gerstenberg erklärt Freunden schon mal, dass sie lieber zuhause entspannt. "Ich sage ihnen, dass ich mir den Abend freihalte, um nichts zu tun."

6. Sich selbst Feedback geben

Um herauszufinden, wie es einem geht, rät Gerstenberg zur Blitzlicht-Methode. So schnell und spontan wie ein Blitzlicht aufflammt, geben Sie sich selbst mit drei Adjektiven Rückmeldung, wie Sie sich fühlen: müde, angespannt, durstig, heiter… "Die Technik benutze ich bestimmt 15-mal am Tag. Wenn Sie das machen, wissen Sie relativ genau, wie es Ihnen geht, was Sie gerade brauchen."

7. Auch mal einen Gang zurückschalten

Wer weiß, wie es ihm geht, versteht auch besser, was er braucht: "Sie entwickeln einen Draht zu sich selbst." Das bedeutet dann, früh schlafen zu gehen, weil eine Erkältung im Anmarsch, statt eben noch schnell Freunde im Lokal um die Ecke zu treffen. Oder neue Sportarten auszuprobieren, bei denen es nicht ums Kalorien verbrennen geht. Um Anspannung und Stress abzubauen, haben sich Sportarten wie Yoga (für mehr Ausgeglichenheit), Tai Chi (zum Entspannen), aber auch Schwimmen, Joggen oder einfach nur Spazierengehen bewährt.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen