Mein liebes Tagebuch

Die Bon-Pflicht muss weg, sie ist ein bürokratischer Unsinn, ein ökologisches Desaster. Aber der elektronische Heilberufeausweis muss her, und zwar schnell: zu Weihnachten! Er geht bald weg, freiwillig: unser ABDA-Präsident, Ende nächsten Jahres, ohne Frust, zurück in seine Offizin, sagt er. Und es kommt viel Bewegung auf uns zu im Pharmahandel: Zwei große Amerikaner basteln an der „Gehe-Anzag“ – das wird Folgen haben. Hoffentlich auch die ABDA-Stellungnahme zum Gesetz, mit dem die Arzneimittel-Lieferengpässe bekämpft werden sollen. Die ABDA-Forderung:  Angemessene Apothekervergütung für den Aufwand mit den Lieferengpässen. Endlich! 

9. Dezember 2019

Bald können wir ihn tun, mein liebes Tagebuch, unseren ersten Schritt hin zur elektronisch angebundenen Apotheke: Wir dürfen, wir können unseren elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) bestellen. Wird ja auch Zeit! Der eHBA, das kreditkartengroße Plastikkärtchen, ist unser Schlüssel zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI), der Türöffner für die schöne neue Welt von E-Rezept, E-Medikationsplan und E-Abrechnung mit den Kassen. Schon seit Jahren haben wir davon gesprochen, jetzt also ist’s soweit. Da wissen wir doch gar nicht, worauf wir uns mehr freuen sollen, auf Weihnachten oder auf den eHBA, gell? Im Zweifelsfall auf beides, vielleicht legt uns das Christkind den eHBA unter den Apotheken-Weihnachtsbaum. Was nicht schlecht wäre, denn er kostet natürlich was, wobei die Kosten für den eHBA des Apothekeninhabers durch eine Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband abgedeckt sein sollen. Die Heilberufsausweise für die angestellten Approbierten werden allerdings nicht von den Kassen bezahlt – dann könnte, nein, sollte es doch wirklich in diesem Jahr einen eHBA als kleines Zusatz-Weihnachtsgeschenk des Inhabers an seine Approbierten geben. Süßer die Glocken nie klingen! 

 

Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange bleibt dran: Er will genau wissen, wie das Geschäftsmodell des Arznei-Versandhauses DocMorris läuft. In einer Anfrage an die EU-Kommission thematisiert er die Wettbewerbsverzerrung zwischen DocMorris in den Niederlanden und den deutschen Vor-Ort-Apotheken. Lange möchte auch wissen, ob und wie DocMorris überwacht wird. Im DAZ.online-Interview sagt er ganz deutlich: „Meiner Meinung nach haben die Apotheken vor Ort gegenüber Versandapotheken einen Wettbewerbsnachteil. Versandapotheken beraten nicht und helfen auch nicht in Notsituationen. Besonders absurd wird es, wenn sie nicht den deutschen Regeln unterliegen und damit noch einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil haben.“ Mein liebes Tagebuch, genauso ist es. Endlich ein Politiker, der diese himmelschreiende Ungerechtigkeit und Ungleichheit ausspricht. Hallo, Herr Spahn, lesen Sie bitte dieses Interview!

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