Müssen alle Apotheken jetzt eine Stechuhr einführen?

Nach einemaktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs sollen Arbeitgeber zukünftigverpflichtet werden, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter systematisch zuerfassen. Welche Auswirkungen das Urteil im Detail auf die einzelne Apothekehat, wo es ja sehr unterschiedliche Systeme zur Zeiterfassung gibt, lässt sichnoch nicht sagen. Laut dem Adexa-Vorsitzenden Andreas May werden manche, abernicht alle Apothekenleiter handeln müssen. 

Die Mitgliedstaatender Europäischen Union (EU) müssen Arbeitgeber in ihrem Land verpflichten, einobjektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit dem dietägliche Arbeitszeit eines jeden Arbeitnehmers gemessen werden kann. Das hatder Europäische Gerichtshof (EuGH) am gestrigen Dienstag entschieden (Az.:C-55/18). Die konkrete Umsetzung sei Sache der Mitgliedstaaten, damit diese aufBesonderheiten von Unternehmen oder Tätigkeitsbereichen eingehen könnten, sodas Gericht.

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Bloße Erfassung der Überstunden reicht nicht

Der EuGH schreibt dazu in seiner Pressemeldung, dass die objektive und verlässliche Bestimmung der täglichen undwöchentlichen Arbeitszeit unerlässlich für die Feststellung sei, ob diewöchentliche Höchstarbeitszeit einschließlich der Überstunden sowie dietäglichen und wöchentlichen Ruhezeiten eingehalten worden sind. Denn nur so könnten die in der Charta der Grundrechte der EuropäischenUnion und der Arbeitszeitrichtlinie verliehenen Arbeitnehmerrechte durchgesetztund ein besserer Schutz der Sicherheitund der Gesundheit der Arbeitnehmer sichergestellt werden. Eine bloße Erfassungder Überstunden reiche dafür nicht aus. Dahermüssen, so der EuGH weiter, die Mitgliedstaaten die Arbeitgeber dazu verpflichten,„ein objektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit demdie von einem jeden Arbeitnehmer geleistete tägliche Arbeitszeit gemessenwerden kann“.

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