Alter Höchststand pulverisiert: RKI meldet erstmals mehr als 80.000 Neuinfektionen

Am Mittwochmorgen meldete das RKI rund 80.000 Neuinfektionen, die Inzidenz steigt weiter und liegt nun bei 407,5. Der US-Virologe Anthony Fauci sprach über die „beispiellose Effektivität“ von Omikron. Alle Neuigkeiten zur Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 12. Januar 2022

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  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick.
  • Offizielle Statistik – Übersterblichkeit in Deutschland 2021

Bund beschafft 5 Millionen weitere Biontech-Impfdosen

07.39 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat weitere fünf Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech für die angestrebte Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland organisiert. Sie sollen ab der Woche vom 24. Januar zur Verfügung stehen, wie es am Dienstagabend aus dem Ministerium hieß. Gekauft werden die Dosen aus einem EU-Kontingent Rumäniens, das sie derzeit nicht benötigt.

Insgesamt sollen damit in den drei Wochen vom 17. Januar, 24. Januar und 31. Januar rund 32 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, wie es weiter hieß – zwölf Millionen von Biontech und 20 Millionen des Mittels von Moderna. Damit könne in den nächsten drei Wochen auch allen eine Booster-Impfung ermöglicht werden, die es wollten.

Die Bundesregierung hatte als Ziel ausgegeben, bis Ende Januar insgesamt weitere 30 Millionen Impfungen zu erreichen.

Phuket als Fernreiseziel trotz Omikron weiter sehr beliebt

Patong Beach auf Phuket.

07.24 Uhr: Thailands größte Insel Phuket lockt trotz der weltweiten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus weiterhin zahlreiche Touristen an. Täglich registrierten sich derzeit durchschnittlich 4000 Urlauber für den so genannten «Thailand Pass», der für eine Reise auf die Insel notwendig ist, berichtete die Zeitung «Bangkok Post» am Mittwoch unter Berufung auf die Tourismusbehörde Phukets. Die meisten Antragsteller kämen aus Deutschland, Russland und Großbritannien, hieß es.

Thailand hatte wegen Omikron zuletzt die Einreiseregeln wieder verschärft. Auf Phuket ist es hingegen dank des im Juli eingeführten sogenannten «Sandbox»-Modells weiter möglich, als vollständig Geimpfter quarantänefrei Urlaub zu machen. Allerdings gibt es auch hier bestimmte Auflagen, darunter ein mindestens siebentägiger Aufenthalt in einem spezialisierten Hotel sowie zwei PCR-Tests während dieser Zeit.

 

Wegen 3G: Mann bedroht Mitarbeiter von Amt mit Pistole

07.16 Uhr: In Weimar hat ein Mann einen Mitarbeiter des Thüringer Landesverwaltungsamtes mit einer Pistole bedroht – Grund soll Unmut über die 3G-Regel in der Corona-Pandemie gewesen sein. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde bei dem Vorfall am Dienstagnachmittag am Eingang des Gebäudes niemand verletzt. Demnach arbeitet der Mann selbst im Landesverwaltungsamt, wollte etwas abholen und beschwerte sich über die 3G-Regelung, wonach nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt haben. Nachdem der 60-Jährige wegen eines fehlenden 3G-Nachweises vorerst nicht reingelassen wurde, drohte er laut Polizei dem anderen Mann mit der Pistole und damit, mit einem Sturmgewehr wiederzukommen. Daraufhin ließ ihn der Mitarbeiter rein – und rief die Polizei.

Noch am selben Tag fand die Polizei weitere Waffen in der Wohnung des 60-Jährigen und stellte diese sicher. Der Mann hat eine Erlaubnis zum Besitz dieser Waffen. Nachdem er vorläufig festgenommen worden war, wurde er auf Weisung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Es wurde Anzeige wegen Bedrohung erstattet.

06.32 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 80.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben von Mittwochmorgen 80.430 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben.

Vor genau einer Woche waren es 58.912 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Die 7-Tage Inzidenz gab das RKI mit 407,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 387,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 258,6 (Vormonat: 390,9).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 384 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 346 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.661.811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,34 an (Montag mit 3,37). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 6.836.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 114.735. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa Besonders bei geringerer Viruslast schlagen Antigentests oft nicht an.

06.27 Uhr:  Die extrem ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus wird nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci früher oder später fast alle Menschen treffen. "Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast Jeden finden", sagte der Immunologe und Präsidentenberater am Dienstag (Ortszeit). Auch Geimpfte würden infiziert werden, aber die meisten von ihnen würde es nicht so schwer erwischen, sie müssten also nicht in Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagte Fauci im Gespräch mit dem Thinktank Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS).

Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, sagte Fauci. In den USA sind nur 208 Millionen Menschen, also knapp 63 Prozent der Bevölkerung, vollständig geimpft. Nur 76 Millionen Menschen haben bislang eine Auffrischungsimpfung bekommen.

Kanandische Provinz Quebec will Ungeimpften-Steuer

Mittwoch, 12. Januar, 06.04 Uhr: In der kanadischen Provinz Quebec müssen Ungeimpfte künftig extra Steuern zahlen. Jedenfalls kündigte dies der Premier François Legault am Dienstag an: "Wir arbeiten an einem Gesundheitsbeitrag, für alle Erwachsenen, die sich weigern, sich impfen zu lassen." Die Ungeimpften seien eine "finanzielle Belastung" für die Provinz und ihre Bürger. Für diesen Vorstop erntete Legault Kritik aus der Opposition.

Der Quebec-Premier Legault äußert außerdem, dass die Impfverweigerer, "die Krankenhäuser verstopfen". Denn während nur zehn Prozent der erwachsenen Einwohner der Provinz nicht geimpft seien, wären 50 Prozent der auf der Intensivstation behandelten Patienten ungeimpft.

"Es ist nicht Sache aller Bewohner Quebecs, dafür zu bezahlen." Er sagte, dass diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft sind, von der geplanten Maßnahme ausgenommen werden.

Weltärztechef Montgomery zu Verzögerungen bei Impfpflicht: "Die sollen jetzt mal zu Potte kommen"

22.34 Uhr: Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery hat kein Verständnis dafür, dass die Impfpflicht in Deutschland weiter auf sich warten lässt. In RTL Direkt sagte Montgomery, dass die Politik bei der Umsetzung der MPK-Beschlüsse zur Quarantäne und auch bei der Impfpflicht "derzeit sehr langsam" sei. Guido Kirchner/dpa/Archivbild Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, spricht bei einem Medizinkongress.

"Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und dann keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das kann kein Argument sein, die sollen jetzt mal zu Potte kommen", forderte er.

Frankreich verzeichnet Corona-Rekordwert von 368.149 Neuinfektionen

21.14 Uhr: Frankreich hat mit mehr als 368.000 registrierten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Rekordwert verzeichnet. Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde vom Dienstagabend wurden innerhalb von 24 Stunden 368.149 Neuinfektion gemeldet. Der bisherige Höchstwert vom vergangenen Mittwoch hatte bei 332.252 registrierten Ansteckungen gelegen.

Die Fallzahlen in Frankreich sind über die vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Die Omikron-Variante des Coronavirus ist mittlerweile vorherrschend im Land. Der Inzidenzwert lag landesweit zuletzt bei 2790. Er gibt an, wie viele Infektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen erfasst wurden.

Um die fünfte Welle einzudämmen, will Frankreichs Regierung zu Mitte Januar die Corona-Regeln für Ungeimpfte deutlich verschärfen. Sie sollen dann keinen Zugang mehr zu Einrichtungen etwa aus Gastronomie und Kultur sowie Angeboten des Fernverkehrs haben. Vorher muss das Vorhaben aber noch vom Parlament endgültig gebilligt werden.

Zweifel an der Wirksamkeit des türkischen Impfstoffs Turkovac

20.52 Uhr: Die unabhängige türkische Ärztekammer weigert sich weiterhin, den türkischen Corona-Impfstoff Turkovac zur Verimpfung zu empfehlen. Ihr Generalsekretär Vedat Bulut hatte erklärt, solange keine wissenschaftlichen Daten vorlägen, betrachte er das Vakzin als einfache Flüssigkeit, die als Impfstoff ausgegeben werde.

Kleine Dosen von Turkovac werden bereits seit Jahresbeginn verimpft. Eine Massenproduktion wird jedoch erst vorbereitet. Turkish Health Ministry via AP Der türkische Corona-Impfstoff Turkovac hat bisher nur eine Notfallzulassung.

Der Impfstoff ist von Wissenschaftlern an der Erciyes-Universität in Kayseri entwickelt worden. Die Medikamentenbehörde hat dem Vakzin am 22. Dezember noch vor dem Abschluss der dritten klinischen Testphase eine Notfallzulassung erteilt. Diese dritte Phase hatte im Juni mit 40.800 Probanden begonnen. Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst rief alle nicht geimpften Türken auf, sich mit Turkovac impfen zu lassen. Denn das Vakzin sei ja vollständig von türkischen Wissenschaftlern entwickelt worden.

Türkische Mediziner hingegen verweisen darauf, dass die Notfallzulassung durch die Medikamentenbehörde nichts über die Wirksamkeit aussagt. Diese überprüfe lediglich die Einhaltung der Standards bei den Tests. Der türkische Virologe Mehmet Ceyhan sagt, nach allem, was an Informationen vorliege, könne er keine strukturellen Unterschiede zum chinesischen Vakzin Sinovac erkennen, welches ebenso ein traditioneller Totimpfstoff ist. Anfang 2021 hatte die Türkei zunächst Sinovac verwendet. Das Vakzin hatte jedoch die hohen Infektionszahlen im März und April nicht abwenden können.

Virologe Kekulé fordert: Quarantäne für symptomfreie Kontaktpersonen abschaffen

20.08 Uhr: Für den Fall von rapide ansteigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle hat der Virologe Alexander Kekulé die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Nachverfolgung und Quarantäne von symptomfreien Kontaktpersonen abzuschaffen. Seinen Überlegungen nach sollten Menschen mit Symptomen und bestätigten Infektionen weiterhin konsequent isoliert werden, wie er am Dienstag bei MDR Aktuell darlegte. Kekulé bezeichnete es mit Blick auf eine Situation mit sehr hohen Fallzahlen aber als "völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen dann identifiziert". Da würde er "ernsthaft die Möglichkeit ins Auge fassen", die Nachverfolgung aufzugeben. MDR/Stephan Flad/MDR/Stephan Flad/obs Alexander Kekulé schaut in die Kamera.

Bund und Länder hatten am vergangenen Freitag vereinbart, die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung für Infizierte zu verkürzen, damit wichtige Bereiche der Grundversorgung bei einer rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante nicht zusammenbrechen. Demnach müssen Kontaktpersonen gar nicht mehr in Quarantäne, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind. Als "frisch" gilt ein Zeitraum von bis zu drei Monaten.

Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden. Nach sieben Tagen kann man sich mit PCR- oder Antigentest freitesten lassen. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder kann die Quarantäne als Kontaktperson bereits nach fünf Tagen durch einen Negativtest beendet werden.

Neuer Höchststand an Corona-Patienten in US-Krankenhäusern

19.34 Uhr: In den USA hat die Zahl der im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten einen neuen Höchststand erreicht. Nach m Dienstag veröffentlichten Zahlen des US-Gesundheitsministeriums werden in Kliniken des Landes derzeit rund 146.000 Patienten wegen der durch das Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 behandelt, davon fast 24.000 auf der Intensivstation. Der bisherige Höchstwert der Corona-Krankenhauspatienten war am 14. Januar vergangenen Jahres mit mehr als 142.000 registriert worden.

Offiziellen Zahlen zufolge ist die große Mehrheit der Krankenhauspatienten nicht geimpft. In den USA breitet sich wie in vielen anderen Ländern die Omikron-Variante des Coronavirus rasant aus.

 

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