Bundesregierung stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

Bundesregierung stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante wird Großbritannien von der Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Damit wird die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland drastisch beschränkt.

Ende der Priorisierung


Impfansturm auf die Hausärzte: "Unsere Praxishelferinnen sind irgendwann in Tränen ausgebrochen"

Merkel: Deutschland will weitere 30 Millionen Impfdosen spenden

Deutschland will nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis Jahresende zusätzlich 30 Millionen Corona-Impfdosen an das internationale Impfprogramm Covax spenden. Voraussetzung sei, dass die von Deutschland bestellten Impfstoffe auch tatsächlich ankämen, sagte Merkel, nachdem sie sich zum "Welt-Gesundheitsgipfel" in Rom online dazu geschaltet hatte. Insgesamt wollen die EU-Staaten bis Jahresende mindestens 100 Millionen Corona-Impfdosen für das Programm zugunsten von Entwicklungs- und Schwellenländern zur Verfügung stellen.

Deutschland habe zudem weitere 100 Millionen Euro für die Unterstützung von Covax zugesagt, erklärte Merkel. Die deutschen Beiträge zur Impfhilfe seien damit nun bei mehr als einer Milliarde Euro. Bisher seien 125 Länder mit 70 Millionen Dosen versorgt worden.

Niedersachsen hebt Maskenpflicht im Handel doch nicht auf

Niedersachsen hebt die Maskenpflicht im Einzelhandel bei niedrigen Inzidenzwerten doch nicht kurzfristig auf. Das hat die Landesregierung nach vielfältiger Kritik entschieden. Der Entwurf für eine Lockerung der Corona-Regeln hatte zunächst vorgesehen, in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 die Maskenpflicht ab Dienstag nach Pfingsten aufzuheben. Allerdings entfällt nach Pfingsten in Niedersachsen die Testpflicht für den Einzelhandel in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50. Voraussetzung ist, das der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wird.

RKI registriert 8769 Corona-Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8769 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 336 Ansteckungen gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 67,3 an (Vortag: 68,0; Vorwoche: 96,5).

Allerdings könnte die Inzidenz ein besseres Bild der Infektionslage zeichnen, als sie tatsächlich ist. Denn aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet werden. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 226 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 190 Tote gewesen.

Date dank Dosis – Tinder und Co. unterstützen Corona-Impfkampagne in den USA

Bei der Corona-Impfkampagne in den USA bekommt Präsident Joe Biden jetzt Schützenhilfe von großen Dating-Apps wie Tinder und OkCupid. Wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte, wollen die Partner-Apps ihre Nutzer mit einer Reihe von Aktionen davon überzeugen, sich impfen zu lassen. So können geimpfte Nutzer in ihrem Profil ihren Impfstatus mit einem Siegel anzeigen und erhalten kostenlos Premium-Upgrades. Eine Corona-Impfung sei ein Plus bei der Partnersuche, beteuert das Weiße Haus. "Laut Forschung von OkCupid bekommen Menschen, die geimpft sind oder sich impfen lassen wollen, 14 Prozent mehr Matches als Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen."

An der Aktion beteiligen sich die Dating-Apps Tinder, Hinge, Match, OkCupid, BLK, Chispa, Plenty of Fish, Bumble und Badoo. Bei Tinder beispielsweise bekommen geimpfte Nutzer auf Partnersuche unter anderem kostenlose Super-Likes. Damit können sie besonderes Interesse an jemandem signalisieren und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Tinder will auch ein virtuelles "Impfzentrum" mit Informationen zu Corona-Impfungen lancieren.

Pharmafirmen sagen ärmeren Ländern 3,5 Milliarden Corona-Impfdosen zu

Die Pharmakonzerne Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson wollen rund 3,5 Milliarden Corona-Impfstoffdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen. Sie sagten diese Menge für die Jahre 2021 und 2022 auf dem Welt-Gesundheitsgipfel in Rom zu. Der Impfstoff soll den Konzernen zufolge zum Selbstkostenpreis beziehungsweise zu einem Sonderpreis für Länder mittleren und niedrigen Einkommens zur Verfügung gestellt werden.

Der mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammenarbeitende US-Konzern Pfizer will zwei Milliarden Dosen seines Vakzins an die Länder liefern, Moderna bis zu 995 Millionen und J&J bis zu 500 Millionen. Dies kündigten die Vertreter der Pharmafirmen bei dem Gesundheitsgipfel an. Auf dem Welt-Gesundheitsgipfel in Rom beraten Staats- und Regierungschefs der  G20-Staaten sowie Vertreter internationaler Organisationen per Videokonferenz über die Lehren aus der Corona-Pandemie, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt teil. Ausgerichtet wird der Gipfel von der EU-Kommission und Italien, das derzeit den G20-Vorsitz innehat.

Gericht: Demonstrationen gegen Corona-Politik bleiben verboten

Zwei geplante, große Demonstrationen von Gegnern der Corona-Politik in der Bundeshauptstadt bleiben verboten. Das Berliner Verwaltungsgericht lehnte am Freitag einen Antrag der Organisatoren zur Aufhebung des Verbots ab. Diese kündigten daraufhin auf Twitter an, sich an die nächsthöhere Instanz, das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, zu wenden. Die Demonstrationen waren für Samstag und Sonntag mit dem Titel "Für Frieden, Freiheit und Grundrechte" und jeweils 16 000 Teilnehmern angemeldet worden.

Auch ein zweiter Eilantrag, der sich gegen zwei Demonstrationsverbote am Montag richtete, sei zurückgewiesen worden, sagte ein Gerichtssprecher. Das Gericht sei der Gefahrenprognose der Polizei gefolgt, dass bei den Demonstrationen mit Verstößen gegen die Corona-Abstandsregeln zu rechnen sei. Die Polizei hatte eine Reihe von Demonstrationen am Pfingstwochenende mit der Begründung untersagt, frühere Kundgebungen hätten gezeigt, dass die Demonstranten bewusst die vorgeschriebenen Masken und Abstände ignorieren würden.

Behindertenbeauftragter fordert Beibehaltung von Priorisierung in Impfzentren

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, hat die für den 7. Juni geplante bundesweite Aufhebung der Impfpriorisierung kritisiert und eine Änderung der Pläne gefordert. "Solange nicht alle vulnerablen Gruppen ein Impfangebot haben, ist die vollständige Aufhebung der Priorisierung Wortbruch gegenüber den Menschen, die sich bisher zurückgehalten und gewartet haben, bis sie dran sind", erklärte Dusel am Freitag in Berlin.

Dusel forderte das Bundesgesundheitsministerium zu einer Änderung der Pläne auf: Die Impfverordnung solle dahingehend modifiziert werden, dass die Priorisierung nur in den Arztpraxen und bei den Betriebsärzten endet – nicht aber in den Impfzentren. In vielen Bundesländern sei bislang nicht allen Menschen in der Priorisierungsgruppe 3 ein Impfangebot gemacht worden, kritisierte Dusel. "In einigen Ländern sind nicht einmal alle Personen aus Priorisierung 2 geimpft."

Infektiologin Camilla Rothe


Vor einem Jahr entdeckte sie den ersten Corona-Fall in Deutschland – aber keiner hörte ihre Warnung

Studie: Corona geht mit etwas erhöhtem Risiko von Totgeburten einher

Eine Corona-Infektion bei Schwangeren könnte einer Studie zufolge mit einem erhöhten Risiko einer Totgeburt einhergehen – allerdings auf relativ niedrigem Niveau. Das legen Ergebnisse nahe, die britische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology" veröffentlichten. Dafür untersuchten sie Geburten bei 340 000 Frauen im größten britischen Landesteil England zwischen Mai 2020 und Januar 2021.

Von diesen wurden 3527 Frauen positiv auf das Coronavirus getestet, als sie ins Krankenhaus kamen. 30 von ihnen erlitten eine Totgeburt, also verloren ihr Baby mindestens 24 Wochen nach Beginn der Schwangerschaft. Der von den Forschern ermittelte Schnitt von 8,5 je 1000 Frauen liegt deutlich über dem Schnitt von 3,4 je 1000 Frauen bei negativ getesteten Schwangeren. Ein ähnliches Bild ergab die Studie bei Frühgeburten, also einer Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche. Diese erfolgte bei 12 Prozent der Corona-Infizierten, aber nur bei 5,8 Prozent der negativ Getesteten.

Zahnarzt muss wegen falscher Maskenpflichtatteste rund 21.000 Euro zahlen

Wegen Ausstellung falscher Atteste im Zusammenhang mit der Maskenpflicht ist ein Zahnarzt aus Baden-Württemberg per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von rund 21.000 Euro verurteilt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Offenburg am Freitag mit. Der von ihr beantragte Strafbefehl wurde vom zuständigen Richter demnach erlassen und ist bereits rechtskräftig. Laut Anklage geht es um "zahlreiche Fälle", in denen der Arzt falsche Atteste ausstellte.

Die Bescheinigungen suggerierten, dass der Besitzer wegen eines medizinischen Grunds von der Maskenpflicht befreit sei. Bereits im September vergangenen Jahres hatten Ermittler die Praxis des Beschuldigten in Offenburg durchsucht. Dem Mediziner wurde nun das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse zur Last gelegt.

Die Fälschung des Impfpasses steht künftig unter Strafe

Wer einen Impfpass fälscht oder ein solches Dokument benutzt, macht sich künftig strafbar. Das entsprechende Gesetz hat der Bundestag am späten Donnerstagabend beschlossen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin sagte. Er verurteilte die Verwendung gefälschter Dokumente scharf. "Am Ende betrügt man sich selbst, weil man sich einen Impfschutz vorgaukelt, den man nicht hat."

"Den Impfschutz macht man erst einmal für sich selbst und sein Umfeld, und nicht für die Bundesregierung", fügte Spahn hinzu. Das vom Bundestag beschlossene Gesetz sieht für die wissentlich falsche Dokumentation einer Impfung bis zu zwei Jahren Haft vor, für die Nutzung eines entsprechenden Ausweises bis zu ein Jahr Haft. Berichte über gefälschte Impfausweise hatten in der jüngsten Vergangenheit Besorgnis ausgelöst.

EU will 100 Millionen Corona-Impfdosen spenden

Die EU will dem internationalen Impfprogramm Covax sowie Entwicklungs- und Schwellenländern bis Ende des Jahres mindestens 100 Millionen Corona-Impfdosen spenden. Dies kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag bei einem "Welt-Gesundheitsgipfel" in Rom an. Italiens Regierungschef Mario Draghi sagte zur Eröffnung des digitalen Treffens von 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländern (G20), die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit sei.

Die Teilnehmer, darunter auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates, wollen Erfahrungen aus dem Kampf gegen die Covid-19-Pandemie austauschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich am frühen Abend äußern. Zum Abschluss soll es eine "Erklärung von Rom" geben, ein Papier mit Grundsätzen zur Verhinderung künftiger Gesundheitskrisen. Damit wollen sich die G20-Länder für vergleichbare Krisen besser wappnen. Italien führt innerhalb der G20 derzeit den Vorsitz.

Bundesregierung gegen Lockerungen bei Masken- und Abstandsregeln

Die Bundesregierung lehnt mögliche Lockerungen der Regeln zum Maskentragen in Deutschland als verfrüht ab. Es gebe Grund genug, "dieses wirksame Mittel der Maske nicht aus der Hand zu geben", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Regierung in Niedersachsen erwägt eine Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel bei niedrigen Inzidenzwerten, wie eine Regierungssprecherin in Hannover mitteilte. Seibert wollte die Ankündigung aus Hannover nicht bewerten. "Es wäre doch sinnvoll abzuwarten, was für einen Beschluss Niedersachsen überhaupt fasst", sagte er. Maskentragen und Abstandhalten seien aber "die einfachsten und wirksamsten Mittel" zum Schutz vor Ansteckungen.

Fast elf Millionen Deutsche vollständig geimpft

Fast elf Millionen Deutsche sind bereits vollständig gegen Corona geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 10.20 Uhr) wurden am Donnerstag 910 374 Menschen immunisiert, 465 678 davon bekamen ihre zweite Dosis. Damit lag der Anteil der Zweitimpfungen bei über der Hälfte.

Damit sind laut den Angaben bisher 39,3 Prozent (32,7 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 13,1 Prozent (10,9 Millionen) vollständig geimpft.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 43,4 Prozent. Sachsen liegt mit 34,3 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland jedoch auch bei der Berücksichtigung der Zweitimpfungen beim Impftempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne laut RKI in Brandenburg am langsamsten. 

Corona-Lage rund um die Welt: Das Virus ist immer noch überall

WHO: Corona-bedingte Übersterblichkeit bis zu dreimal höher als gemeldete Todesfälle

Die durch das Coronavirus verursachte Übersterblichkeit in der Welt liegt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei bis drei Mal höher als die Zahl der offiziell registrierten Covid-19-Todesfälle. "Die Zahl der Gesamt-Todesfälle liegt mindestens zwei bis drei Mal höher als offiziell gemeldet", erklärte am Freitag WHO-Vertreterin Samira Asma. 

Asma äußerte sich aus Anlass der Vorlage des WHO-Jahresberichtes 2020, demzufolge die direkt oder indirekt durch das Coronavirus verursachte Übersterblichkeit im vergangenen Jahr bei mindestens drei Millionen Todesfällen lag. Offiziell gemeldet worden waren im vergangenen Jahr weltweit rund 1,8 Millionen Covid-19-Todesfälle.

Die Zahl der offiziell registrierten Corona-Toten wird von Experten seit langem angezweifelt. Ihnen zufolge ist die Dunkelziffer sowohl der Infektions- als auch der Todesfälle in vielen Ländern sehr hoch.

Spahn mahnt zur Vorsicht an Pfingsten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, sich trotz sinkender Corona-Zahlen an Pfingsten weiter vor Ansteckungen zu schützen. "Genießen Sie die Feiertage, genießen wir gemeinsam die Feiertage, aber bleiben wir dabei vorsichtig", sagte Spahn am Freitag in Berlin. Es gelte, sich vor allem draußen zu treffen und sich regelmäßig testen zu lassen. Wenn die Infektionszahlen weiter herunter- und die Impfzahlen hochgingen, "dann haben wir Aussicht auf einen guten Sommer".

Spahn wies auf größere Fortschritte der Impfkampagne als von der Regierung angekündigt hin. Er mahnte zu Geduld, nachdem Ärztefunktionäre berichtet hatten, dass viele Patientinnen und Patienten bei der oft kurzfristigen Terminvergabe ungeduldig reagierten. Spahn erläuterte, derzeit gebe es rund eine Million Impfungen jeden Tag. An Weihnachten seien null Prozent aller Deutschen mindestens einmal geimpft gewesen. An Ostern seien es 12 Prozent gewesen. "Zu Pfingsten werden es 40 Prozent sein, und zum Start in das Sommerquartal werden aus heutiger Sicht mindestens 50 Prozent einmal geimpft sein."

Reisen auch mit gelbem Papier-Impfpass möglich 

Jens Spahn plädiert für ein zentrales Impfregister, die Verständigung in der EU sei diesbezüglich sehr gut. Laut dem Gesundheitsminister soll der digitale Impfausweis in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals nutzbar sein. Bereits Geimpfte sollen ihren entsprechenden Nachweis nachgetragen bekommen. Das Reisen sei auch ohne digitalen Impfpass möglich. Der gelbe, altbekannte WHO-Impfpass gelte international, so Spahn. Er kündigt aber auch schärfere Strafen für Impfpass-Fälscher an. Jens Spahn appelliert an die Bürger: "Wer einen gefälschten Impfpass besitzt, belügt sich erst einmal selber und gaukelt sich selbst einen Schutz vor, den er dann selbst nicht hat. Man impft sich für den eigenen Schutz und nicht für die Bundesregierung."

Impfpriorisierung soll aufgehoben werden

Bundesweit soll die Impfpriorisierung am 7. Juni aufgehoben werden. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen. Die seit dem Impfstart vor fünf Monaten eingeführten Vorranglisten nach Alter, Vorerkrankungen und Beruf sollen dann nicht nur in Praxen, sondern auch in regionalen Impfzentren wegfallen. Vorraussetzung ist, dass genug Impfstoff vorhanden ist.

Britischer Einzelhandel profitiert stark von Corona-Lockerungen

Der britische Einzelhandel hat im April stark von weniger strikten Corona-Beschränkungen profitiert. Die Umsätze der Einzelhändler seien gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten mit einem Zuwachs von im Schnitt 4,2 Prozent gerechnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat, in dem während der ersten Corona-Welle erhebliche Beschränkungen galten, sprangen die Umsätze um 42,4 Prozent an.

Corona-Lage zu Pfingsten scheint positiv

Bitte nur im kleinsten Kreis: So oder so ähnlich lauteten die Appelle aus Politik und Wissenschaft vor Weihnachten und Ostern zur Eindämmung des Coronavirus. Nach zähen Lockdown-Monaten folgt jetzt Pfingsten und die Zeichen scheinen zumindest etwas auf Entspannung zu stehen: Die Fallzahlen und Inzidenzen sind zuletzt gesunken, immer mehr Menschen – aber längst nicht alle – sind geimpft. Zur aktuellen Corona-Lage wollten sich am Freitagvormittag in Berlin  auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, äußern.

Klar ist: In vielen Städten und Kreisen wurden Corona-Maßnahmen wegen gesunkener Sieben-Tage-Inzidenzen aufgehoben. Zum Beispiel in Berlin dürfen Straßencafés und Biergärten erstmals seit Monaten wieder Gäste empfangen. Auch die Kontaktbeschränkungen sind jetzt vielerorts lockerer als zuletzt. Nicht wenige Familien dürften die Chance auf ein Wiedersehen nutzen, gerade wenn die älteren Mitglieder erste Impfungen hinter sich haben. Auch Ausflüge und Kurztrips scheinen nun wieder sorgloser möglich zu sein.

Kinderärzte warnen vor Impfstoffmangel für Jüngere

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat angesichts der bevorstehenden Impfstoffzulassung für Kinder ab zwölf Jahren vor zu knappen Lieferungen an Kinderarztpraxen gewarnt. "Es kommt nicht genug Impfstoff an", sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Ärzte wüssten bereits jetzt nie, wann oder ob Impfstoff komme. 

Teilweise müssten Kinderärzte chronisch kranke Patienten wieder ausladen, weil die Lieferungen geringer ausfielen als versprochen. "Das sorgt für großen Frust und Wut bei den Betroffenen", warnte Fischbach. Es führe zu sinkender Impfakzeptanz bei Ärzten und Patienten. 

Argentinien geht wieder in den Lockdown

Die Maßnahmen sollen am Samstag in Kraft treten und neun Tage lang gelten. Das kündigte Präsident Alberto Fernández in einer Fernsehansprache an. Nach seinen Worten macht Argentinien gerade den schlimmsten Moment der Pandemie durch. Am Donnerstag waren in dem südamerikanischen Land knapp 36.000 Corona-Neuinfektionen und 435 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert worden. – Argentinien hat rund 45 Millionen Einwohner.

Dehoga: Öffnungen für die Gastronomie kommen teils zu kurzfristig

ine zu kurzfristige Öffnung der Gastronomie nach sieben Monaten Lockdown ist aus Sicht der Branche oft nicht umsetzbar. Zwar könne man schon davon ausgehen, dass die Gastronomie innerhalb von zehn Tagen und die Hotellerie binnen zwei Wochen wieder hochgefahren werden könnten, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Guido Zöllick, am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Aktuell agierten die Bundesländer jedoch deutlich kurzfristiger. Wenn teils nur wenige Tage blieben, sei das nicht machbar. "Denn den Betrieb wieder anzufahren, ist das eine. Aber die Gäste dafür zu gewinnen, ist das andere."

Studie: Pandemie belastet Schulkinder in Deutschland stark

eniger Treffen mit Freunden, kein regulärer Schulunterricht: Die Corona-Pandemie belastet einer Studie zufolge viele Kinder und Jugendliche in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Mädchen und Jungen ist im vergangenen Jahr unglücklicher geworden, wie der am Freitag veröffentliche Präventionsradar 2021 der DAK-Gesundheit ergab. Die Lebenszufriedenheit sei im Schnitt aller befragten Kinder um rund 20 Prozent im Vergleich zu der Situation vor der Corona-Krise gesunken.

Jedes dritte Kind fühle sich zudem in der Schule nicht ausreichend vor dem Virus geschützt. 56 Prozent hielten die Corona-Regeln dort dagegen für angemessen. Gleichzeitig hätten die emotionalen Probleme stark zugenommen – vor allem bei Mädchen, wie die Krankenkasse mitteilte. In der aktuellen Befragung zeigen 23 Prozent Symptome depressiver Störungen wie Traurigkeit, geringes Selbstwertgefühl, Interessensverlust und sozialen Rückzug. Im Vorjahr waren es lediglich 18 Prozent. Den Angaben zufolge führt auch der Wegfall vieler Sportangebote zu Problemen: Insgesamt sei der Anteil der Befragten mit ausreichender Bewegung im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel gesunken. Die Mehrheit komme nicht auf die wissenschaftlich empfohlenen 90 Minuten täglich.

Bundesweite Coronavirus-Inzidenz sinkt auf 67,3

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 8769 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Vor einer Woche hatte das RKI noch 11.336 Neuinfektionen an einem Tag bekanntgegeben.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ging laut den jüngsten RKI-Angaben erneut zurück und lag an diesem Freitag bei 67,3. Dies war allerdings kein so deutlicher Rückgang des Inzidenzwertes wie noch an den Vortagen. Am Donnerstag hatte dieser Wert bei 68 gelegen, am Mittwoch bei 72,8, am Dienstag bei 79,5.

Die News zur Coronavirus-Pandemie von Donnerstag, 20. Mai 2021:

EU-Länder und EU-Parlament einigen sich auf Covid-19-Impfzertifikat

Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, -Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Abend in Brüssel mit. Damit wächst die Chance auf weitere Reiseerleichterungen in der EU. Portugal hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz der EU-Länder inne.

Noch ist unklar, wann genau das europäische Zertifikat in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es noch am Anfang der Woche, man gehe aktuell davon aus, ein elektronischer Impfnachweis könne "in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals", also bis spätestens zum 30. Juni, bereitgestellt werden.

Fast 40 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

Fast die Hälfte der täglichen Corona-Impfungen sind derzeit Zweitimpfungen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (Stand: 16.45 Uhr) wurden am Mittwoch 1.059.061 Menschen immunisiert, 508.685 davon bekamen ihre zweite Dosis. Damit sind laut den Angaben bisher 38,8 Prozent (32,3 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 12,5 Prozent (10,4 Millionen) vollständig geimpft.

Im Vergleich zur Vorwoche lag die Zahl der insgesamt verabreichten Impfungen am Mittwoch damit erneut niedriger, der Anteil der Zweitimpfungen stieg. Sieben Tage zuvor wurde mit 1,4 Millionen gesetzten Spritzen der bisherige Tagesrekord aufgestellt.

Niedersachsen hebt Maskenpflicht im Handel bei Inzidenz unter 35 auf

Niedersachsen hebt die Maskenpflicht für den Einzelhandel in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 ab Dienstag nach Pfingsten auf. Dies geht aus dem Entwurf für kurzfristige Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen im Land hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Voraussetzung ist, dass die Inzidenz, also die Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen, in der jeweiligen Region fünf Werktage unter 35 liegt. Weitere Hygieneauflagen für den Handel bleiben allerdings bestehen. Im landesweiten Durchschnitt betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag 46,6, in 11 der 45 Landkreise und Großstädten lag die Inzidenz bereits unter 35.

Verfassungsgericht weist weitere Eilanträge gegen Corona-Notbremse ab

Das Bundesverfassungsgericht hat weitere Eilanträge gegen die Corona-Notbremse des Bundes abgelehnt und eine Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen. Dabei gehe es um Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Schulen, kulturellen Einrichtungen und Teilen des Einzelhandels, teilte das Gericht in Karlsruhe mit. Ob die Vorschriften vereinbar mit dem Grundgesetz sind, müsse im Hauptsacheverfahren geklärt werden. Vor gut zwei Wochen hatten die Richterinnen und Richter schon – ebenfalls im Eilverfahren – vorerst grünes Licht für die stark umstrittenen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gegeben.

Die bundesweit verbindlichen Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen waren am 23. April in Kraft getreten. Sie gelten für Regionen, in denen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz über mehrere Tage den Wert von 100 überschreitet. Sie wird aber immer weiter gelockert: Denn seit Tagen sinkt die Inzidenz, bundesweit lag sie am Donnerstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei nur noch 68,0 (Vorwoche: 103,6). In den meisten der 412 erfassten Kreise und kreisfreien Städte ist der Wert inzwischen unter die 100er-Marke gerutscht.

Gegen das verschärfte Infektionsschutzgesetz sind beim obersten Verfassungsgericht Deutschlands mittlerweile rund 400 Verfahren eingegangen. Manche richten sich gegen das gesamte Maßnahmenpaket, andere gegen einzelne Punkte. Unter den Klägern sind Anwälte, aber auch Politiker verschiedener Parteien etwa aus dem Bundestag.

Schweden mit höchster Corona-Neuinfektionszahl in EU

Schweden hat im europäischen Corona-Vergleich die traurige Spitze bei den Neuinfektionszahlen übernommen. Wie aus den aktualisierten Zahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorging, kam das skandinavische Land mit seinem viel beachteten Sonderweg im jüngsten Vergleichszeitraum auf eine 14-Tages-Inzidenz von 577 pro 100.000 Einwohner. Das ist der höchste Wert aller Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem neben den 27 EU-Staaten auch Norwegen, Island und Liechtenstein gehören. Knapp dahinter folgen Litauen (563), Zypern (522) und die Niederlande (483).

Das in Stockholm ansässige ECDC bezieht sich in seinen donnerstags aktualisierten Zahlen stets auf die nachgewiesenen Neuinfektionen der beiden Vorwochen, diesmal also auf den Zeitraum vom 3. bis 16. Mai. Sie werden jeweils von Montag bis Mittwoch erfasst. Das bedeutet, dass sich die aktuellsten nationalen Zahlen bis zum jeweiligen Donnerstag bereits verändert haben werden. Trotz der hohen Inzidenz ist die Zahl der mit den Corona-Infektionen in Verbindung stehenden Todesfälle in Schweden im EWR-Vergleich mit 12 pro 1.000.000 Einwohner relativ niedrig. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet beträgt sie nur etwa ein Drittel des deutschen Wertes (35).

Saarland öffnet Innengastronomie und Hotels Ende Mai

Angesichts sinkender Corona-Zahlen steht das Saarland vor weitreichenden Lockerungen: Ab dem 31. Mai könnten Restaurants und Cafés Gäste auch wieder im Innenbereich empfangen, kündigte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) an. Auch Übernachtungen in Hotels und Pensionen sowie auf Campingplätzen seien dann mit Hygienekonzept und unter Auflagen wieder möglich. Ungeimpfte müssten für die Nutzung der Angebote einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorlegen.

Auch Bus- und Schiffsreisen dürften dann wieder loslegen. Bereits ab Pfingstmontag (24. Mai) sollen nach dem Perspektivplan laut Hans Strandbäder und Freibäder wieder öffnen. Auch Kletterparks und andere Freizeitaktivitäten im Außenbereich sind dann wieder erlaubt – immer in einer Gruppengröße von bis zu zehn Personen. Gesang und Musik sei draußen ebenfalls möglich. Auch hier bestehe Testpflicht, wenn man nicht vollständig geimpft sei.

Bei allen Schritten sei Voraussetzung, dass die landesweite Inzidenz stabil unter 100 liege. Der landesweite Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sank am Donnerstag laut Robert Koch-Institut auf 78,2 nach 83,6 am Vortag. 

Ferien an der Küste


Kurzurlaub zu Pfingsten: Schleswig-Holstein öffnet sich Touristen

Österreich: Waffen bei Gegnern von Corona-Maßnahmen gefunden

Bei einer Razzia hat die Polizei in Österreich bei Gegnern von Corona-Maßnahmen Waffen und Munition sichergestellt. Die Männer hätten sich in einer Chat-Gruppe über Sprengkörper und den Kauf von Waffen unterhalten, teilte das Innenministerium in Wien mit. Die Anzahl der Verdächtigen gab das Ministerium vorerst nicht bekannt.

Die Mitglieder der Gruppe unterhielten sich demnach unter anderem über den Bau von Splitterbomben und den Einsatz von Molotowcocktails gegen Polizisten. Bei einer Demonstration am vergangenen Samstag sollen gewaltsame Aktionen geplant gewesen sein. Einen Tag davor führten Verfassungsschützer in fünf Bundesländern Hausdurchsuchungen und Verhöre durch. Dabei wurden unter anderem zwei Faustfeuerwaffen, eine Langwaffe, etwa 3500 Schuss Munition und Schwerter gefunden. Außerdem wurden Schutzwesten, Helme und Funkgeräte sichergestellt.

Stiko-Vorsitzender kritisiert Aufhebung der Priorisierung bei Corona-Impfungen

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sieht die Aufhebung der Priorisierung bei den Corona-Impfungen im Juni skeptisch. Sie sei an Orten, an denen Menschen mit erhöhter Priorität noch immer auf einen Impftermin warten, "nicht im Sinne der Stiko", sagte Mertens dem Portal "Zeit online". Er fürchte, dass viele Hausarztpraxen "unter dem Ansturm der Impfwilligen zusammenbrechen" werden. Die feste Reihenfolge bei Corona-Impfungen soll am 7. Juni enden. Zu diesem Datum soll bundesweit die bislang gültige Priorisierung fallen, die den Zugang zu Impfstoffen an bestimmte Voraussetzungen wie Alter oder Vorerkrankungen knüpft. Darauf einigten sich am Montag Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und die Ressortchefs der Länder

Die Entscheidung von Bund und Länder führte Mertens auch auf öffentlichen Druck zurück: "Die Urlaubszeit steht an, hinzu kommt der Wahlkampf." Es gebe inzwischen immer mehr Beispiele, bei denen politische Entscheidungen und wissenschaftlich begründete Empfehlungen auseinanderlägen. "Es werden jetzt Sachen entschieden, die mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise nur noch wenig zu tun haben." 

Niederländischer ESC-Kandidat verpasst Finale wegen Corona-Infektion

Der niederländische ESC-Sieger Duncan Laurence verpasst das Finale des Musikwettbewerbs wegen einer Corona-Infektion: Laurence wurde positiv auf das Virus getestet und kann deshalb beim Finale in Rotterdam am Samstagabend nicht live auftreten, wie die ESC-Organisatoren am Donnerstag mitteilten. Zuvor waren bereits Mitglieder der isländischen und polnischen ESC-Delegationen positiv getestet worden. Der ESC-Gewinner von 2019 habe nach einer Kostümprobe in der Ahoy-Arena am Dienstag einen Tag später "milde Symptome" einer Corona-Infektion gezeigt, erklärten die Organisatoren. Laurence werde jetzt "in einer anderen Form" an der ESC-Show teilnehmen.

Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 weiter rückläufig

Auf den Intensivstationen in Deutschland geht die Zahl der Covid-19-Patienten in Behandlung weiter zurück. 3594 dieser Erkrankten werden derzeit noch in Kliniken versorgt, wie es im Report des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des Divi-Intensivregisters heißt. Das sei ein Rückgang um 114 im Vergleich zum Vortag. Zum Höhepunkt der dritten Welle in den Krankenhäusern Ende April waren mehr als 5100 Covid-19-Patienten zeitgleich auf Intensivstationen versorgt worden. Seit Anfang Mai ist die Entwicklung rückläufig. Der Anteil der Patienten, die invasiv beatmet werden, wird derzeit mit 63 Prozent angegeben. Eine Trendumkehr zeichnet sich mittlerweile auch bei der Anzahl der Intensivbereiche ab, die eine eingeschränkte Betriebssituation melden.

Österreich hebt Priorisierung bei Corona-Impfungen auf

Auch in Österreich wird die Priorisierung nach Altersgruppen bei der Corona-Impfung aufgehoben. Die Hausärzte könnten nun nach ihrem Ermessen frei entscheiden, wen sie impfen wollten, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein in Wien. "Jetzt geht es mit dem Impfen tatsächlich voll los", sagte er angesichts der nun zur Verfügung stehenden Mengen an Vakzinen. Er rechne auch damit, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff von Biontech/Pfizer in Kürze für die 12- bis 15-Jährigen zulassen werde. In Österreich hat bisher etwa 40 Prozent der aktuell impfbaren Bevölkerung ab 16 Jahren eine erste Impfung erhalten. 

Corona-Pandemie


Impfpriorisierung soll ab dem 7. Juni aufgehoben werden

Depressionen und Angststörungen grassieren in Coronakrise unter Jugendlichen

Jugendliche auf der ganzen Welt leiden seit dem Beginn der Corona-Pandemie verstärkt unter psychischen Störungen. In manchen Ländern vervielfachte sich die Zahl der Erkrankungen an Depressionen oder Angststörungen, wie aus zwei Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. Demnach sind Jugendliche um 30 bis 80 Prozent stärker als die Gesamtbevölkerung betroffen.

Die Studien verglichen die Verbreitung von Depressionen und Angststörung vor und im Lauf der Corona-Pandemie. In allen 15 verglichenen OECD-Ländern kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Störungen wesentlich häufiger auftreten. In Frankreich verdoppelte sich die Zahl der Menschen mit Anzeichen einer Depression im Jahr 2020 auf 20 Prozent, in den USA vervierfachte sich die Zahl beinahe auf 23,5 Prozent. 

Betriebsärzte müssen bis Freitag Corona-Impfstoff bestellen

Die geplanten Corona-Impfungen für Beschäftigte über ihre Firmen nehmen konkretere Formen an. Für den vorgesehenen Start ab dem 7. Juni müssen Betriebsärzte bis diesen Freitag Impfstoff bei Apotheken bestellen – für die erste Woche zunächst begrenzt auf jeweils höchstens 804 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer. Das geht aus einer Handreichung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, über die zuerst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete.

Das Ende von Corona


Rettende Impfstoffproduktion: Wann wir endlich Impfstoffe im Überfluss haben

WHO Europa: Fortschritt im Corona-Kampf ist fragil – Zugelassene Impfstoffe gegen alle Varianten wirksam

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt angesichts sinkender Corona-Zahlen in Europa vor einem vorzeitigen Nachlassen im Kampf gegen die Pandemie. Die Zahl der nachgewiesenen wöchentlichen Neuinfektionen in der europäischen Region sei zwar innerhalb eines Monats von 1,7 Millionen um rund 60 Prozent auf knapp 685.000 in der vergangenen Woche zurückgegangen, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge auf seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen.

Die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe sind nach Kluges Worten gegen alle derzeit grassierenden Varianten des Covid-19-Erregers wirksam. Dennoch gelte es in der Pandemie weiterhin, Vorsicht walten zu lassen, betonte der WHO-Regionaldirektor. Von Auslandsreisen riet der WHO-Europa-Direktor angesichts der Infektionslage weiterhin ab.

EU-Parlament unterstützt Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe

Das Europaparlament hat sich für eine vorübergehende Aussetzung der Patente für Corona-Impfstoffe ausgesprochen. Die Abgeordneten forderten in einer am Donnerstag verabschiedeten Entschließung die EU auf, entsprechende Initiativen Indiens und Südafrikas bei der Welthandelsorganisation WTO zu unterstützen. Von Pharmaunternehmen wird darin gleichzeitig verlangt, "Wissen und Daten" zur Impfstoffherstellung über die WTO zur Verfügung zu stellen.

Unterstützung von den USA


Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe: Die Lösung für das weltweite Impfproblem?

Dänemark ermöglicht Astrazeneca-Impfungen außerhalb von Impfprogramm

Die Menschen in Dänemark können sich in Kürze freiwillig mit den im nationalen Impfprogramm nicht verwendeten Präparaten von Astrazeneca und Johnson & Johnson impfen lassen. Eine entsprechende und von Gesundheitsminister Magnus Heunicke unterzeichnete Zusatzverordnung trat in Kraft, wie aus einer Mitteilung des dänischen Gesundheitsministeriums hervorging. Voraussetzung für eine solche Impfung bei einem privaten Anbieter ist allerdings eine vorherige Beratung mit einem Arzt und eine ausdrückliche Zustimmung. Die Impfungen sind für die Interessierten kostenlos.

EU-Vertrag über Riesenmenge Biontech-Impfstoff unterzeichnet

Der angekündigte EU-Vertrag mit Biontech/Pfizer über den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff ist unterzeichnet und damit in Kraft. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. Sie hatte schon vor knapp zwei Wochen erklärt, dass die Verhandlungen abgeschlossen seien. Danach liefen noch Einspruchsfristen, die nun verstrichen sind.

Der Vertrag läuft bis 2023. 900 Millionen Dosen sind fest bestellt, weitere 900 Millionen eine Option. So sollen die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen Covid-19 geschützt und Impfungen von Erwachsenen aufgefrischt werden. Das Vertragsvolumen wird auf bis zu 35 Milliarden Euro geschätzt. Für die laufende Impfkampagne hat die EU bereits zwei Rahmenverträge mit Biontech/Pfizer über 600 Millionen Impfdosen geschlossen, die seit Ende 2020 ausgeliefert werden.

Erweiterte Zulassung


Kinder und Jugendliche sollen schon bald mit Biontech geimpft werden können

Prinz William bekommt erste Corona-Impfung

Prinz William (38) hat eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Der Kensington-Palast veröffentlichte ein Foto, das zeigt, wie ein Mitarbeiter des Nationalen Gesundheitsdiensts (NHS) dem Queen-Enkel eine Spritze im rechten Oberarm setzt. "Am Dienstag habe ich meine erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten", hieß es in dem Tweet dazu. "Allen, die an der Verteilung des Impfstoffs arbeiten vielen Dank für alles, was Sie getan haben und weiterhin tun." Wie die Nachrichtenagentur PA meldete, wurde William im Science Museum, dem Technikmuseum, in London geimpft.

Städtetag mahnt Bürger zu Vorsicht über Pfingsten

Der Deutsche Städtetag hat an die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland appelliert, trotz der Lockerungen von Corona-Beschränkungen auch über Pfingsten vorsichtig zu sein. "Obwohl die Inzidenz-Zahlen weiter sinken und die Zahl der Geimpften zunimmt, ist die Pandemie nicht besiegt", warnte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, in der "Rheinischen Post". "Vorsicht bleibt angesagt, damit wir die neu gewonnenen Freiheiten nicht riskieren."

"An Pfingsten sieht die Welt wieder freundlicher aus als an Ostern. Viele Menschen freuen sich darauf, dass wieder mehr Aktivitäten möglich werden“, sagte Dedy weiter. Die aktuellen Lockerungen seien jedoch "Lockerungen auf Bewährung".

Infektiologin Camilla Rothe


Vor einem Jahr entdeckte sie den ersten Corona-Fall in Deutschland – aber keiner hörte ihre Warnung

Lehrergewerkschaft warnt vor verfrühter Rückkehr zum Präsenzunterricht

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einer verfrühten Rückkehr zum Präsenzunterricht. Solange bei den Corona-Infektionen eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 verzeichnet werde, befürworte sie die Fortsetzung des Wechselunterrichts, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir sind dafür, die Schulen zu öffnen, so zügig wir möglich, abhängig von der Inzidenz, aber beim Wechselunterricht zu bleiben in einem Rahmen von 50 bis 100." 

12.298 Neuinfektionen: Bundesweite Inzidenz sinkt auf 68

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden in den vergangenen sieben Tagen bundesweit 68 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen. Am Mittwoch hatte der Inzidenzwert noch bei 72,8 gelegen.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 12.298 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Mittwoch hatte das RKI 11.040 Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche waren noch rund 17.419 Neuinfektionen registriert worden. Am Donnerstag wurden im Tagesvergleich zudem 237 neue Todesfälle nach Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. 

Zweite Welle in Nepal


Corona-Ausbruch am Mount Everest: "Es werden jeden Tag Dutzende infizierte Bergsteiger evakuiert"

Die News zur Coronavirus-Pandemie von Mittwoch, 19. Mai 2021:

RKI: Indische Variante mit Anteil von zwei Prozent

Bei der Verbreitung der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in Deutschland hat es mehrere leichte Verschiebungen gegeben. Nach einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die schon länger dominierende Variante B.1.1.7 mit einem Anteil von nun 87 Prozent an den untersuchten Proben im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurückgegangen. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 3. bis 9. Mai. Zeitweise hatte diese deutlich ansteckendere, zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante mehr als 90 Prozent ausgemacht. Die in Indien entdeckte Variante B.1.617 wird laut Bericht in Deutschland zunehmend nachgewiesen, aber auf weiterhin niedrigem Niveau: Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von zwei Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. Sie ist in mehrere Untervarianten aufgespalten. Insgesamt sei der Anteil von B.1.617 geringer als in Großbritannien, wo die Variante aktuell in etwa sechs Prozent der untersuchten Proben gefunden werde, heißt es.

Isländische Band tritt wegen Corona-Falls nicht live bei ESC auf

Wegen eines Corona-Falls bei einem ihrer Mitglieder wird die isländische Band Dadi og Gagnamagnid nicht live beim Eurovision Song Contest in Rotterdam in dieser Woche auftreten. Die Band habe die "schwierige Entscheidung getroffen, bei den diesjährigen ESC-Live-Shows nicht zu performen, weil sie nur gemeinsam als Gruppe auftreten wollen", teilte die europäische Rundfunkunion mit. Der Song der Band, "10 Years", werde jedoch im Wettbewerb bleiben und beim zweiten Halbfinale am Donnerstag als Video vorgeführt. Das ESC-Finale findet findet unter strengen Corona-Auflagen am Sonntag in Rotterdam statt. Dadi og Gagnamagnid, deren Markenzeichen mit Emojis bedruckte grüne Trainingsanzüge sind, gilt als eine der Favoriten bei dem Musikwettbewerb.

250 Zuschauer beim letzten Saisonspiel der Bayern gegen Augsburg

Der FC Bayern München wird sein letztes Saisonspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FC Augsburg am Samstag vor 250 Zuschauern in der Allianz Arena bestreiten. 100 Karten davon werden die Bayern an Personen aus dem Gesundheitswesen vergeben, "die während Corona so hart für unsere Gesellschaft arbeiten", hieß es in einer Mitteilung. "Es wird unser erstes Heimspiel vor Zuschauern seit dem 8. März 2020", wurde Präsident Herbert Hainer zitiert. "Wir sind glücklich über die kurzfristige Möglichkeit, diese Saison wenigstens in einem kleinen Rahmen auf eine Art abschließen zu können, die Hoffnung für die nächste Saison macht." Möglich sind die Zuschauer aufgrund der neuen Corona-Regeln, die das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen hatte. In Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können demnach ab Freitag wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein. In München liegt dieser entscheidende Wert seit Anfang Mai unter 100.

Zweite Corona-Welle: Argentinien meldet über 35.000 Neuinfektionen

Im Herbst auf der Südhalbkugel hat die zweite Welle der Corona-Pandemie Argentinien hart getroffen. Am Dienstag registrierte das südamerikanische Land 35.543 Neuinfektionen pro Tag – der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr. Bereits in den vergangegen Wochen lag die Zahl der neuen Infektionen pro Tag immer wieder über 25.000. Bislang haben sich rund 3,3 Millionen Menschen in Argentinien nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 71.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Auslastung der Intensivstationen liegt bei über 70 Prozent.

Frauenärzte: Schwangere werden unverändert in Einzelfällen geimpft

Die Hürden für Corona-Impfungen für Schwangere bleiben nach Einschätzung eines Frauenärzte-Verbandes auch nach einer Anpassung der Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) hoch. "Da die Haftung im Falle eines Zwischenfalls immer noch ungeklärt ist, werden Schwangere nur in Einzelfällen geimpft", teilte der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, auf dpa-Anfrage mit. Auch der noch immer knappe Impfstoff spiele eine Rolle: "Selbst wenn die Stiko die Impfung für alle Schwangeren empfehlen würde, würde das zurzeit nichts an der Situation ändern." Die Stiko hatte vor rund einer Woche ihre 5. aktualisierte Impfempfehlung vorgelegt. Darin heißt es zunächst unverändert: "Die Stiko empfiehlt die generelle Impfung in der Schwangerschaft derzeit nicht." Verwiesen wird auf eine begrenzte Datenlage. Vorerkrankten Schwangeren, die ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 hätten, könne die Impfung "nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung" angeboten werden.

Neu hinzugefügt hat die Stiko in dem Text, dass auch Schwangere "mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände" ein Impfangebot erhalten könnten – also wenn sie ein erhöhtes Risiko haben, dem Virus ausgesetzt zu sein. Es geht um den Einsatz von mRNA-Impfstoffen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel. Albring betonte, es könne "nicht Aufgabe der niedergelassenen Ärzte sein, bei all ihren Schwangeren, die fast alle sehr gern und dringend geimpft werden möchten, jetzt dieses Risiko zu beurteilen". Von der Stiko gebe es keine Vorgaben, "was unter einem solchen erhöhten Expositionsrisiko zu verstehen ist".

Kassenärzte warnen vor Ausstieg von Praxen aus Impfkampagne

Deutschlands Kassenärzte haben davor gewarnt, dass Praxen sich wegen Impfstoffmangels aus der Corona-Impfkampagne ausklinken. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rief die impfwilligen Bürgerinnen und Bürger zu Verständnis dafür auf, dass Termine nur kurzfristig vergeben werden könnten und auch öfters umgebucht werden müssten. "Die Praxen tun alles, was möglich ist", sagte Gassen. Zu einzelnen Berichten über aus der Impfkampagne ausgestiegenen Ärzten sagte KBV-Vize Stephan Hofmeister, dies seien Einzelfälle. Nötig seien aber mehr Impfstoff und möglichst wenig Bürokratie in den Praxen, sonst drohe der Ausstieg von Ärztinnen und Ärzten vermehrt. Dies könne dramatische Folgen für die Impfkampagne haben. "Wir haben uns darauf eingelassen, nur eine Woche vorher zu bestellen", erläuterte Hofmeister bezüglich des Impfstoffs. Wenn eine Praxis dann erst kurz vor den bereits ausgemachten Terminen erfahre, dass weniger oder anderer Impfstoff komme, "dann geht das wilde Telefonieren los, dann müssen Termine abgesagt, umgebucht werden", sagte Hofmeister. "Das führt zu Wut bei den Patienten, das führt zu erheblichen Auseinandersetzungen, das kostet Zeit und Nerven."

Hofmeister sagte: "Ich will nicht ausschließen, dass der eine oder andere deshalb sagt: Das mache ich nicht mehr länger mit." Ein Massenphänomen sei das nicht. "Es ist immer noch viel zu wenig Impfstoff da, und es ist vor allem unsicher, ob dann dieser Impfstoff in Sorte und Menge so ankommt, wie bestellt." Gassen erläuterte, so werde der Impfstoff von Johnson & Johnson verspätet, nämlich erst am 25. Mai geliefert. Das Hin und Her zum Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs habe die Arbeit in den Praxen auch nicht gerade erleichtert, sagte er mit Blick auf die wechselnden Empfehlungen für das Vakzin. In Teilen Deutschlands habe es gar keinen Astrazeneca-Impfstoff in dieser Woche gegeben, teilte Gassen ferner mit. Da bereits die ersten Praxen die nötigen Zweitimpfungen verabreichen müssten, müsse knapper Impfstoff zudem hierfür eingesetzt werden. "Aber das Problem ist bald gelöst hoffentlich", sagte Gassen. Im Juni gebe es mehr Impfstoffe.

Niederlande lockern Regeln für Cafés, Zoos, Fitness und Prostituierte

Die Niederlande haben weitere Corona-Maßnahmen gelockert. So sind ab Mittwoch Zoos und Fitnessstudios wieder geöffnet. Auch Prostituierte dürfen nach mehr als fünf Monaten wieder Kunden empfangen. Cafés und Restaurants dürfen im Außenbereich Gäste täglich von 6.00 bis 20.00 Uhr bedienen – bisher war das nur von 12.00 bis 18.00 Uhr möglich. Verboten sind weiterhin Veranstaltungen mit Publikum. Auch Museen, Theater und Kinos bleiben geschlossen. Geschäfte sind bereits seit einigen Wochen wieder geöffnet.

Die Regierung hatte die Lockerungen von einem deutlichem Rückgang der Infektionen abhängig gemacht. Und der zeichnet sich nach Angaben der Regierung deutlich ab. Auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern geht demnach zurück. Zur Zeit kommen auf 100 000 Einwohner rund 205 Neuinfektionen in sieben Tagen.

Vollständig Geimpfte aus Drittstaaten dürfen wieder in EU einreisen

Vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen aus Drittstaaten dürfen in Kürze wieder in die EU einreisen. Darauf einigten sich nach AFP-Informationen die EU-Botschafter der Mitgliedstaaten. Zudem lockerten die EU-Regierungen den Inzidenzwert bei Corona-Infektionen, der bei Drittstaaten zu Einreiseverboten führt. Gleichzeitig wurde aber eine sogenannte Notbremsen-Regelung eingeführt, um mit der Wiedereinführung von Reisebeschränkungen schnell auf gefährlichere Virus-Varianten in einzelnen Ländern reagieren zu können.

Die EU hatte wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus im März vergangenen Jahres entschieden, nicht unbedingt notwendige Einreisen aus Drittstaaten zu untersagen. Einige Monate später führte die EU eine Liste mit Ländern ein, bei denen es Ausnahmen von den Einreiseverboten gibt.

Derzeit sind nur sieben Staaten von dem generellen Einreisestopp in die EU ausgenommen: Australien, Israel, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Bei China ist die EU grundsätzlich zu einer Aufhebung bereit, verlangt aber, dass Peking dies gleichfalls tut. Dies ist bisher nicht der Fall.

Für Ausnahmen durfte der Inzidenzwert bei Corona-Infektionen in den Ländern nicht höher als 25 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen liegen. Dieser Wert wurde von den Mitgliedstaaten nun auf 75 Fälle heraufgesetzt.

Thüringen als einziges Bundesland noch mit Inzidenz über 100

Thüringen ist in Deutschland das einzige Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Institutes hervor. Demnach lag die Inzidenz im Freistaat am Mittwoch bei 115,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

Alle anderen Länder liegen bereits unter der 100er-Schwelle, auch Sachsen, das am Dienstag noch darüber gelegen hatte. Doch auch in Thüringen geht das Infektionsgeschehen kontinuierlich zurück: Die Inzidenz hatte dort am Dienstag noch bei 118,5 gelegen.

Indien meldet weltweit höchste Zahl Corona-Toter an einem Tag

Indien hat mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Corona an einem Tag gemeldet als je ein anderes Land während der Pandemie. In den vergangenen 24 Stunden wurden 4529 Menschen erfasst, die in dem Land an oder mit Corona gestorben sind, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums zeigen. Nach Daten der Johns Hopkins Universität im US-amerikanischen Baltimore hat bislang kein Land so viele Corona-Todesfälle an einem Tag registriert. Demnach hielten die USA mit 4475 Fällen am 12. Januar 2021 den bisherigen Rekord.

Umfrage: Corona hat das Leben der Jüngeren negativ beeinflusst

64 Prozent der unter 30-Jährigen finden ihr Leben nach einer Umfrage derzeit schlechter als noch vor 12 bis 14 Monaten. Frauen und Mädchen leiden demnach besonders stark unter der Corona-Pandemie – für 71 Prozent hat sich das Leben negativ verändert. Bei den jungen Männern sind das 58 Prozent. Unterschiede bestehen auch in den Altersgruppen: Unter den 16- bis 19-Jährigen sind 81 Prozent überzeugt, dass sich ihr Leben stark verschlechtert hat. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie "Generation Corona" der pronova BKK, für die 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

"Generation Corona"


Ausgebremst. Einsam. Unter Druck. Was die Pandemie mit Jugendlichen macht

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 72,8

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gesunken. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden in den vergangenen sieben Tagen bundesweit 72,8 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen. Am Dienstag hatte der Inzidenzwert noch bei 79,5 gelegen.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 11.040 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Am Dienstag hatte das RKI nur 4209 Neuinfektionen gemeldet, aber zugleich auf eine mögliche Verzerrung der Zahlen wegen des Feiertags am vergangenen Donnerstag und des Brückentags am Freitag hingewiesen. Vor einer Woche waren rund 14.900 Neuinfektionen registriert worden. Am Mittwoch wurden im Tagesvergleich zudem 284 neue Todesfälle nach Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet.

Bericht: Mehr als 2700 Corona-Demonstrationen seit August 2020

Die Bundesregierung geht einem Zeitungsbericht zufolge davon aus, dass seit August 2020 bundesweit mehr als 2700 Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen stattgefunden haben. Nur 28 dieser Demonstrationen wurden vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als von Rechtsextremen durchgeführt oder dominiert eingestuft, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zitierte.

Die Bundesregierung teilte demnach mit, ihr lägen "teilweise unbestätigte" Hinweise auf über 2700 Veranstaltungen vor. Konkrete Angaben könnten jedoch nur zu Versammlungen und Organisationen gemacht werden, "die dem gesetzlichen Beobachtungsauftrag des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) unterliegen".

Infektiologin Camilla Rothe


Vor einem Jahr entdeckte sie den ersten Corona-Fall in Deutschland – aber keiner hörte ihre Warnung

Handelsverband befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben wegen Coronakrise

Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben als Folge der Coronakrise. "Durch die Krise könnten bis zu 120.000 Geschäfte wegfallen, es droht vielerorts ein Anstieg der Leerstände", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dieser Entwicklung müsse "massiv entgegengesteuert werden." In Deutschland betreiben den Angaben zufolge aktuell rund 300.000 Einzelhändler etwa 450.000 Läden. Durch die Corona-Lockdowns hätten aber deutlich mehr Menschen online eingekauft, sagte Genth. "Nicht alle Käufe aus dem Internet werden in die Innenstädte zurückkehren."

Fast 1,7 Milliarden Überstunden im Pandemiejahr 2020

Trotz Pandemie haben die Beschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr 1,67 Milliarden Überstunden geleistet. Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Zwar ist die Zahl der Überstunden im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie aus den vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung stammenden Daten hervorgeht. Damals hatte sie sich auf 1,86 Milliarden summiert. Doch beim Anteil der Überstunden am Arbeitsvolumen hat sich wenig getan. Es betrug 3,2 Prozent. Das waren nur 0,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor.

Alarmierende UN-Studie


Zu lange Arbeitszeiten kosten jährlich Hunderttausende Menschenleben und machen krank

Giffey fordert schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen gefordert. "Wir müssen jetzt gucken, dass die Kinder Schritt für Schritt in die Normalität zurückkehren können", sagte Giffey am Dienstagabend im RBB-Fernsehen. "Und wenn wir über Außengastronomie reden, dann müssen wir genauso darüber reden, wie kommen wir jetzt wieder zu einem vollen Regelbetrieb zurück."

Giffey sagte, die Rückkehr zum Regelbetrieb müsse durch "Schützen, Testen, Impfen und ganz klar auch durch eine Kokon-Strategie" begleitet werden. Das bedeute, dass Eltern und Fachkräfte, die mit Kindern in Kontakt seien, eine Möglichkeit haben sollten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Denn sie schützten die Kinder "wie ein Kokon".

Die News zur Coronavirus-Pandemie von Dienstag, 18. Mai 2021:

Österreich und Frankreich mit weiteren Corona-Lockerungen

Österreich und Frankreich gestatten ihren Bürgern in der Corona-Krise wieder mehr Freiheiten. In Österreich öffnen nach mehrmonatigem Lockdown am Mittwoch die Lokale und Hotels wieder, dürfen Theater und Kinos wieder Besucher empfangen und Kunden auch Sportstätten und Fitnessstudios aufsuchen. Voraussetzung für die Nutzung all dieser Einrichtungen ist, dass die Gäste entweder negativ auf das Corona-Virus getestet, von einer Covid-Erkrankung genesen sind oder eine Impfung haben.

Auch Frankreich lockert seine Corona-Maßnahmen deutlich. "Ab dem 19. Mai müssen wir unsere französische Lebensart wiederentdecken", hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gesagt. Eine große Lockerung ist nun die Verschiebung der abendlichen Ausgangssperre von 19.00 Uhr auf 21.00 Uhr. Ab Mittwoch dürfen außerdem im ganzen Land wieder die Außenbereiche der Restaurants sowie die Geschäfte und Kultureinrichtungen öffnen. Auf den Restaurant-Terrassen sollen strikte Hygieneregelungen gelten.

Kinder- und Jugendpsychiatrien kommen an ihre Grenzen

Die Kinder- und Jugendpsychiatrien haben wegen der Corona-Pandemie ihre Belastungsgrenze erreicht. Der Bedarf an Versorgung sei in der Corona-Krise enorm gestiegen, sagte der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU-Klinikums in München, Gerd Schulte-Körne, der Deutschen Presse-Agentur. Er verglich die aktuelle Situation mit einem Fass, das jetzt überlaufe.

Zuvor hatte der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in der "Rheinischen Post" von einer "Triage" gesprochen. "Es gibt psychiatrische Erkrankungen in einem Ausmaß, wie wir es noch nie erlebt haben", sagte BVKJ-Sprecher Jakob Maske. "Wer nicht suizidgefährdet ist und "nur" eine Depression hat, wird gar nicht mehr aufgenommen."

Folgen der Pandemie


"Triage in Psychiatrien": Kinderärzte fordern schnelle Schul- und Kitaöffnungen

Zahl der Impfungen im Wochenvergleich leicht gesunken

Zum Wochenstart haben die Impfzentren und Praxen etwas weniger Menschen gegen das Coronavirus geimpft als noch am vergangenen Montag. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden am Montag 522 941 Menschen immunisiert, in der Vorwoche waren es fast 60 000 Impfungen mehr. Damit sind laut den Angaben bisher 37,5 Prozent (31,2 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 11,5 Prozent (9,5 Millionen) vollständig geimpft. Je nach Bundesland variiert die Impfquote jedoch. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 41,8 Prozent. Sachsen liegt mit 32,4 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Mecklenburg-Vorpommern beschließt Corona-Lockerungen

Mecklenburg-Vorpommern lockert die Corona-Beschränkungen weiter. Von Donnerstag an dürfen sich zwei Haushalte treffen, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nach einer Sitzung des Kabinetts mitteilte. Bisher waren die Kontakte auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt. Von Donnerstag (20. Mai) an dürfen dann den Angaben zufolge Dauercamper aus dem eigenen Land wieder auf den Campingplätzen übernachten. Dauernutzern von Booten kann ein Liegeplatz vermietet werden und vom 7. Juni an dürfen Autokinos öffnen.

Außerdem wurden Beschlüsse gefasst, für die bereits in der vergangenen Woche eine grundsätzliche Verständigung erzielt worden war: Am Sonntag kann die Gastronomie öffnen. Ab dem 25. Mai öffnen landesweit der Einzelhandel sowie körpernahe Dienstleistungsbetriebe wieder. Vom 7. Juni an dürfen Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns Urlaub im eigenen Bundesland machen und vom 14. Juni an dürfen auch auswärtige Urlauber kommen. Zweitwohnungsbesitzer, Dauercamper und Kleingartenbesitzer von außerhalb des Bundeslandes dürfen schon ab dem 7. Juni wieder in den Nordosten kommen.

Beherbergungsverbot für auswärtige Touristen in Niedersachsen gekippt

Das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen hat das Beherbergungsverbot für Touristen, die nicht aus dem eigenen Bundesland kommen, gekippt. Das Verbot trage nur wenig zur Eindämmung der Corona-Infektionslage bei, da Tagestouristen aus anderen Ländern auch bisher schon nach Niedersachsen kommen könnten, hieß es in einem Eilbeschluss des Gerichts. Ferner gelte das Verbot nicht für Beherbergungen auf privater Basis oder zu anderen Zwecken sowie bei Aufenthalten in eigenen Ferienwohnungen oder Wohnwagen.

Stufenplan für Corona-Lockerungen in Berlin

Berliner Hotels und Pensionen müssen sich wohl noch einen Monat gedulden, ehe sie wieder Touristen aufnehmen können. Bei weiter sinkenden Corona-Infektionszahlen sei damit zu rechnen, dass Beherbergungsbetriebe Teil eines für den 18. Juni geplanten Öffnungsschrittes seien, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) nach der Senatssitzung.

Nach seinen Angaben verständigte sich der Senat auf einen Stufenplan: Er sieht nach den ersten Öffnungen in dieser Woche, die etwa die Außengastronomie oder Museen umfassen, weitere Schritte im Abstand von je zwei Wochen vor. Details, welche Lockerungen in der nächsten Stufe ab 4. Juni und dann in einem weiteren Schritt ab 18. Juni greifen sollen, nannte Kollatz indes nicht.

DHL hat schon 200 Millionen Corona-Vakzindosen transportiert

Der Transport von Corona-Impfstoffen wird sich aus Sicht des Logistikkonzerns Deutsche Post DHL zu einem langfristigen Geschäft entwickeln. Nachdem vermutlich Mitte 2022 die Erst- beziehungsweise Zweitimpfung der Weltbevölkerung abgeschlossen sein wird, werde der Bedarf an Folgeimpfungen hoch bleiben, sagte DHL-Manager Thomas Ellmann in Bonn bei der Vorstellung einer Studie zur Impfstoff-Logistik. DHL rechnet für die kommenden Jahre mit einem Bedarf von sieben bis neun Milliarden Impfdosen pro Jahr, um die Infektionsraten niedrig zu halten und um die Mutationsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Bisher hat DHL nach eigenen Angaben weltweit 200 Millionen Dosen ausgeliefert, und zwar in mehr als 120 Ländern, darunter auch Deutschland.

Gesundheitsminister Spahn will Geld- und Freiheitsstrafen für Impfpass-Fälschungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen. "Fälschungen sind kein Kavaliersdelikt", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wer falsche Angaben in einen Impfpass einträgt, macht sich strafbar – und wer so einen Pass nutzt, genauso." Das solle klargestellt werden. "Aber auch Falschangaben aus Gefälligkeit sollen geahndet werden, das sorgt für mehr Gerechtigkeit. "Nur wer wirklich geimpft, genesen oder negativ getestet ist, kann andere kaum noch infizieren", fügte Spahn hinzu.

Ein Gesetzentwurf des Ministers sieht den Funke-Zeitungen zufolge vor, dass sich strafbar macht, wer unwahre Angaben in Impfpässe, Genesenen- oder Testdokumente einträgt oder wer Dokumente mit falschen Angaben nutzt. Die Nutzung solcher Dokumente soll mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Wer Dokumente mit falschen Angaben ausstellt, dem droht demnach eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Mehr Freiheiten dank Impfung


Das Impfpass-ABC: Was Sie jetzt wissen müssen

Bayern beschließt Lockerungen für Schulen, Kitas, Fitnessstudios

In bayerischen Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 sollen nach den Pfingstferien die Schüler aller Schularten wieder Präsenzunterricht haben – mit Test- und Maskenpflicht. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München mit. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit Werten zwischen 50 und 165 gibt es auch nach dem 7. Juni demnach lediglich Wechselunterricht. Auch die Regeln für Kitas, Kindergärten und anderen Kinderbetreuungseinrichtungen werden gelockert. Ab dem 7.Juni ist dort bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 eingeschränkter Regelbetrieb in festen Gruppen möglich.

Auch für Freilufttheater, Fitnessstudios und Stadien sind vorsichtige Lockerungen vorgesehen. Das Kabinett machte am Dienstag den Weg frei für Theater- und Kinovorführungen im Freien von diesem Freitag an, die unter Einhaltung von Hygienevorschriften und einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100 in der jeweiligen Region vor bis zu 250 Zuschauern gespielt werden dürfen.

Außengastronomie und Einzelhandel in Hamburg dürfen wieder öffnen

Nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen und dem Neustart an Schulen und Kitas hat Hamburgs rot-grüner Senat weitere Lockerungen bei den Corona-Auflagen auf den Weg gebracht. Unter anderem dürfen am Wochenende unter strengen Auflagen die Außengastronomie und der Einzelhandel wieder öffnen, wie Bürgermeister Peter Tschentscher im Anschluss an eine Senatssitzung sagte. Voraussetzung für das Shoppen ist jedoch eine nach Ladengröße begrenzte Kundenzahl und die Abgabe persönlicher Daten zur Kontaktnachverfolgung. Das gilt auch für die Außengastronomie, bei der maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen dürfen. Negative Corona-Tests seien nicht erforderlich, sofern die Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei unter 50 bleibe. In Hamburg war die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Montag erstmals seit Mitte Oktober 2020 wieder unter die Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gefallen. Heute beträgt sie 43,5.

Österreich lässt Corona-Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin auslaufen

Österreich stellt die Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca ein. Bis Anfang Juni würden voraussichtlich noch erste Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs verabreicht, danach liefen diese Impfungen aus, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein im Privatsender Puls 24. Er begründete die Entscheidung mit Lieferverzögerungen sowie mit "schlechter Presse" und in der Bevölkerung verbreiteten Vorbehalten gegen das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers.

Österreich bietet kostenlose Corona-Tests für Urlauber an

Österreich bietet ab nächster Woche kostenlose Corona-Tests auch für ausländische Gäste an, um so den Tourismus anzukurbeln. Diese Möglichkeit werde in öffentlichen Test-Straßen, Apotheken oder auch direkt im Hotel oder im Gasthaus bestehen, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in Wien. Jeder Wirt, jedes Hotel, jeder Betrieb könne Selbsttests für Gäste anbieten. Das solle auch spontane Restaurantbesuche ermöglichen. Der Vor-Ort-Test gelte in diesem Fall aber auch nur für die Dauer des Aufenthalts im Lokal. "Es liegt in der Entscheidung des Lokalbetreibers, ob er diese Tests anbietet", sagte Köstinger.

Infektiologin Camilla Rothe


Vor einem Jahr entdeckte sie den ersten Corona-Fall in Deutschland – aber keiner hörte ihre Warnung

Änderung bei bundesweiter FFP2-Maskenpflicht für Kinder geplant

Als Schutz in der Corona-Pandemie sollen Kinder zwischen 6 und 16 Jahren künftig auch OP-Masken tragen können – statt bisher vorgeschriebener spezieller FFP2-Masken. Das sieht eine von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgesehene Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, über die zuerst die "Bild"-Zeitung berichtete. "Masken müssen sitzen, damit sie schützen", sagte der CDU-Politiker. "Da es für Kinder und Jugendliche kaum passende FFP2-Masken gibt, streichen wir für sie im Bundesgesetz die entsprechende Pflicht." Die künftig verpflichtenden OP-Masken gebe es in passender Größe, und auch sie verhinderten Infektionen.

Langzeitstudie: Kein erhöhtes Corona-Risiko im Fernverkehr

Mitarbeitende in Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn (DB) sind auch bei häufigem Kundenkontakt keinem höheren Corona-Risiko ausgesetzt als Mitarbeitende ohne Kundenkontakt. Dies ist das Ergebnis einer veröffentlichten Langzeitstudie der DB in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité. Die Schutzmaßnahmen an Bord der Züge, wie das Tragen medizinischer Masken und die hohe Frischluftzufuhr, zeigten auch in der dritten Corona-Welle Wirkung, erklärte die DB.

Für die Studie wurden in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt drei Testreihen mit jeweils über 1000 Mitarbeitenden durchgeführt. Die Studienteilnehmer wurden auf eine Corona-Infektion und Antikörper getestet. Eine akute Infektion wurde bei drei Mitarbeitenden festgestellt, Antikörper wurden bei 39 Menschen nachgewiesen.

Vorläufige Labordaten: Impfstoffe dürften auch vor B.1.617 schützen

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna dürften vorläufigen US-Daten zufolge auch vor den indischen Corona-Varianten B.1.617 und B.1.618 gut schützen. Es gebe gute Gründe, das anzunehmen, schreiben Forscher mit Verweis auf Laborexperimente in einer Preprint-Studie, die bislang nicht von Experten begutachtet und nicht in einem Fachjournal veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler um Nathaniel Landau von der New York University überprüften im Labor, inwieweit Antikörper von Genesenen und Geimpften an mutierte Virusproteine binden. Dabei stellten sie fest, dass die Wirksamkeit der Antikörper bei B.1.617 und B.1.618 zwar etwas geringer ausfiel als beim ursprünglichen Erregertyp, gegen den die Impfstoffe entwickelt wurden. Die Forscher gehen aber von einem weitgehenden Schutzeffekt aus. Zu beachten ist, dass es sich um Laborexperimente handelt. Inwieweit die Impfung tatsächlich vor den indischen Varianten schützt, lässt sich daraus nicht mit Sicherheit ableiten.

Corona-Pandemie


Virusvarianten aus Indien und Südafrika: Diese Gefahr geht von den Corona-Mutationen aus

Bund und Länder planen weiteren Impfgipfel am 27. Mai

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 27. Mai über das weitere Vorgehen bei den Corona-Impfungen beraten. Dabei soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin unter anderem um das Impfen von Schülern und Studenten, den geplanten digitalen Impfnachweis sowie die Impflogistik im Sommer gehen. Eine offizielle Einladung zu den Beratungen gab es demnach noch nicht. Zuerst hatte der Sender RTL/n-tv über den Termin berichtet. Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten sich zuletzt am 26. April zu einem Impfgipfel getroffen.

Bayerns Gesundheitsminister verteidigt Ende der Impfpriorisierung

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), hat die Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung als "richtig und wichtig" bezeichnet. Es sei gut, den Arztpraxen mehr Flexibilität einzuräumen und damit das Impftempo zu erhöhen, sagte der bayerische Gesundheitsminister im ZDF-"Morgenmagazin". Etwa in Bayern sei man in den Impfzentren "schon weit in der Priorität drei" und auch die Arztpraxen signalisierten einen entsprechenden Impffortschritt. Zur Möglichkeit, die vorgegebene Reihenfolge ab dem 7. Juni auch in Impfzentren aufzuheben, seien die Bundesländer "noch unterschiedlich in der Meinungsbildung".

Corona-Pandemie


Impfpriorisierung soll ab dem 7. Juni aufgehoben werden

RKI registriert 4209 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 79,5

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 4209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Morgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 08.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6125 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz fehlten allerdings die Fallzahlen aus Brandenburg. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab das RKI mit bundesweit 79,5 an (Vortag: 83,1; Vorwoche: 115,4).

Aufgrund des vergangenen Himmelfahrt-Wochenendes sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Montag. "Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden." Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 221 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 283 Tote gewesen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 0,77 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 77 weitere Menschen anstecken. 

Kinder- und Jugendärzte fordern schnelle Schul- und Kitaöffnungen

Kinder- und Jugendärzte haben schnelle Schul- und Kitaöffnungen gefordert und vor "verheerenden Langzeitfolgen" der Corona-Maßnahmen gewarnt. Schulen und Kitas sollten schnell geöffnet werden, "natürlich gemäß den geltenden Leitlinien und mit angemessenen Testungen", forderte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, in der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Von Impfungen dürften die Schulöffnungen nicht abhängig gemacht werden. "Wir sehen die dringende Notwendigkeit, dass sich Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, keine Nachteile davon haben dürfen", sagte Dötsch. "Es ist absolut notwendig, selbst wenn Jugendliche in den höheren Jahrgängen geimpft werden können, für Kinder im Grundschulalter, aber auch in mittleren Jahrgängen wieder ein normales soziales Leben zu ermöglichen, damit sie sich normal entwickeln können".

Kassenärzte hoffen auf steigende Liefermenge nach Wegfall der Impf-Reihenfolge

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hofft auf deutlich steigende Liefermengen bei den Corona-Impfstoffen nach der Aufhebung der festen Impf-Reihenfolge im Juni. Die Kassenärzte gingen davon aus, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) "deshalb das Datum ab 7. Juni genannt hat, da dann wohl mit deutlich steigenden Liefermengen zu rechnen sein dürfte", sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Spahn hatte am Montag angekündigt, die Impf-Reihenfolge ab dem 7. Juni aufzuheben, um die Impfkampagne weiter zu beschleunigen. Gassen begrüßte die Entscheidung grundsätzlich: "Wir finden das gut", sagte er. "Es macht die Arbeit der niedergelassenen Kolleginnen und Kolleginnen leichter." Grundvoraussetzung sei aber, "dass ausreichend Impfstoffe da sind".

Vakzine, Impfreihenfolge


Ab heute impfen auch die Hausärzte. Was das für die Kampagne bedeutet

Die News zur Coronavirus-Pandemie von Montag, 17. Mai 2021:

Studie: Impfstoffe von Pfizer und Moderna wohl auch gegen indische Varianten wirksam

Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna sind laut einer US-Studie wohl auch gegen die zwei indischen Virus-Varianten B.1.617 und B.1.618 hoch wirksam. "Wir haben festgestellt, dass die Antikörper des Impfstoffs zwar ein wenig schwächer gegen die Varianten wirken, aber nicht so sehr, dass es unserer Auffassung nach große Auswirkungen auf die Schutzfähigkeit der Impfstoffe hätte", sagte Nathaniel Landau, einer der Verfasser der Studie, der Nachrichtenagentur APF.

Die Studie der NYU Grossman School of Medicine und des NYU Langone Center wurde noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein solches Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität ist die Korrektheit der Studie noch ungeklärt und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt.

Österreich erlaubt Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne

Österreich erlaubt ab Mittwoch die Einreise aus Deutschland ohne Quarantäne. Das erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein mit Verweis auf eine neue Verordnung. Verpflichtend bleibe allerdings der Nachweis einer Impfung, Testung oder Genesung. "In vielen Staaten gehen die Infektionszahlen zurück, daher können wir parallel zu den Öffnungsschritten im Land auch Erleichterungen bei der Einreise nach Österreich umsetzen", sagte Mückstein. Als Impfnachweis würden die Impfstoffe anerkannt, die von der EU-Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen worden seien oder den entsprechenden Prozess der Weltgesundheitsorganisation erfolgreich durchlaufen hätten.

Für Regionen mit Virusvarianten oder Hochinzidenzgebiete würden weiterhin strengere Regeln gelten. Falls ein Test nicht vorgelegt werden könne, müsse dieser innerhalb von 24 Stunden in Österreich gemacht werden. Vor jeder Einreise sei weiter eine elektronische Registrierung nötig.

Priorisierung bei Corona-Impfungen endet am 7. Juni

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll ab dem 7. Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr gelten. Die Priorisierung soll dann entfallen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin auf einer Pressekonferenz nach einem entsprechenden Beschluss der Ressortchefs von Bund und Ländern sagte. Zudem teilte der Minister mit, dass bis Ende Mai 40 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft sein sollen. 15 Millionen Impfungen von Menschen mit besonderem Risiko seien von heute bis zum 7. Juni vorgesehen. Spahn wertete den bis dahin noch weiter geltenden Vorrang für Ältere, Kranke und Menschen in bestimmten Berufen als wichtig. "Sie zuerst zu impfen, das war epidemiologisch geboten", sagte er. Die Priorisierung sei auch moralisch geboten gewesen. "Das war keine Bürokratie, das hat Menschenleben gerettet." Dennoch könnten die Kommunen bestimmte Kontingente von Impfdosen weiter für bestimmte Stadtteile oder Personengruppen verwenden.

Laschet verteidigt verschiedene Öffnungsregelungen in Ländern

Der CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die unterschiedlichen Corona-Öffnungsregelungen in den Ländern über Pfingsten verteidigt. Wenn Inzidenzen sinken, müssten Grundrechtseinschränkungen zurückgenommen werden, sagte er in Berlin nach Beratungen der CDU-Spitzengremien. "Der Zeitpunkt ist jetzt da. Deshalb haben alle Länder sehr verantwortungsvoll Maßnahmen ergriffen, wie bestimmte Bereiche wieder geöffnet werden können", sagte Laschet. "Dass das in den Ländern unterschiedlich ist, ist doch mehr als sachgerecht. (…) Ich würde das nicht Flickenteppich nennen, sondern angemessene Antworten auf das Infektionsgeschehen."

Spahn schlägt Ende der Impf-Priorisierung ab 7. Juni vor

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab dem 7. Juni keine Priorisierung mit einer festgelegten Reihenfolge mehr gelten. "Damit sind alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren", heißt es in einem Beschlussentwurf des Bundes für Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Ab 7. Juni solle die Priorisierung bundesweit in Arztpraxen und den regionalen Impfzentren entfallen, heißt es in dem Vorschlag. Zugleich wird betont, dass aufgrund der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des Juni geimpft werden könnten. "Die Impfkampagne wird wie angekündigt bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden müssen."

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Laschet: Die Zeit ist reif für Lockerungen

Angesichts der sinkenden Corona-Inzidenzzahlen sieht der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Zeit für Lockerungen der Schutzauflagen gekommen. "Das Versprechen haben wir den Bürgern immer gegeben: Wenn Inzidenzzahlen sinken, müssen Grundrechtseingriffe zurückgenommen werden", sagte Laschet nach den Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin. "Der Zeitpunkt ist jetzt da."

Dass die Bundesländer dabei unterschiedlich vorgehen, müsse angesichts der unterschiedlichen Pandemielage in den einzelnen Ländern in Kauf genommen werden, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Den Einwand, dass dadurch ein Flickenteppich an abweichenden Regelungen entstehe, wollte Laschet nicht gelten lassen. "Ich würde das nicht Flickenteppich nennen, sondern eine angemessene Antwort auf das Infektionsgeschehen." Er finde die Lockerungsentscheidungen, welche die Länder bislang getroffen haben, "sehr verantwortungsvoll".

Bundesregierung sieht noch keine Corona-Entwarnung für den Sommer

Die Bundesregierung sieht trotz der Entspannung der Corona-Lage noch keinen Anlass zur Entwarnung auch für den Sommer. Die täglich fallenden Neuinfektionszahlen und die mit großem Schwung laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen, aber nicht voreilig, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Wir haben noch nicht die Voraussetzungen dafür erreicht, einen genauso entspannten Sommer wie letztes Jahr zu genießen." Ziel müsse bleiben, die Zahl der Ansteckungen deutlich weiter zu senken.

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Reisen im Sommer: In diesen Ländern könnte der Urlaub klappen

Von der Leyen: Bis Ende der Woche 200 Millionen Dosen in EU verimpft

In der Europäischen Union werden nach den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bis Ende der Woche insgesamt rund 200 Millionen Dosen Corona-Impfstoff verabreicht worden sein. Im Juli könnten voraussichtlich 70 Prozent der Erwachsenen in der EU ihre erste Impfung erhalten haben, wenn sie das Angebot annähmen, sagte von der Leyen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen in einer teils online organisierten CDU-Vorstandssitzung, zu der sie dazu geschaltet war. Insgesamt habe die EU 250 Millionen Impfdosen erhalten.

Noch im Mai erwarte sie die vom Impfstoffproduzenten Biontech/Pfizer beantragte Zulassung des Vakzins für die Altersgruppe ab 12 Jahren durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA, sagte von der Leyen demnach weiter. Bislang gibt es in der EU für das Präparat von Biontech/Pfizer eine Zulassung erst ab 16, für jüngere Minderjährige gibt es noch keinen Covid-19-Impfstoff.

Corona-Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg unter 50

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Hamburg erstmals seit Mitte Oktober wieder unter die 50er-Marke gefallen. Laut Gesundheitsbehörde lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche bei 48,1 (Stand: 11.55 Uhr). 95 neue Fälle kamen demnach zu Wochenbeginn hinzu. Das waren 7 weniger als am Sonntag und 97 weniger als am vergangenen Montag. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz 83,9 betragen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert für Hamburg auf anderer Berechnungsgrundlage am Montag mit 45,3 an, was der zweitniedrigste unter den Bundesländern nach Schleswig-Holstein (35,1) wäre. Allerdings wies das Institut mit Blick auf das lange Himmelfahrtswochenende darauf hin, "dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden".

Corona-Regeln in Hamburg


Stell dir vor, die Ausgangssperre ist vorbei und niemand geht raus

Mehr als 40 Millionen Impfdosen in Deutschland verabreicht

Die Impfzentren und Hausärzte in Deutschland haben bisher mehr als 40 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI, Stand: 10:05 Uhr) wurden am Sonntag 268.750 Impfspritzen gesetzt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mitteilte, sind damit 37 Prozent (30,8 Millionen) der Deutschen mindestens einmal und 11,2 Prozent (9,3 Millionen) vollständig geimpft. Anteilig wurden davon laut RKI bisher in den Impfzentren 30 Millionen Dosen verabreicht, in den Arztpraxen waren es 10,1 Millionen. In der vergangenen Woche hatte es laut den Angaben am Mittwoch mit 1,38 Millionen gespritzten Dosen zudem einen Tagesrekord gegeben.

Corona-Zahlen in Indien sinken – Experte warnt vor zu wenigen Tests

Erstmals seit knapp einem Monat gibt es in Indien weniger als 300.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag. Insgesamt waren es in den vergangenen 24 Stunden mehr als 281.000 neue Corona-Fälle und 4106 Tote im Zusammenhang mit Covid-19, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums zeigen. Am Montag gab auch bekannter indischer Virologe seinen Rücktritt von einem Regierungsgremium bekannt, das ein Konsortium von Laboren bei der Entdeckung von Mutationen berät.

Pandemie in Indien


Indischer Arzt arbeitet seit einem Jahr mit Corona-Patienten: "Covid-19 hat mich verändert"

Das Konsortium hatte die ansteckendere indische Virusvariante B.1.617 gefunden, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft hat. Zuvor hatte Shahid Jameel mehrfach das Corona-Management der Regierung kritisiert. In einem Meinungsartikel in der "New York Times" schrieb er vergangene Woche, dass Indien möglicherweise den Peak nicht richtig messen könne, weil zu wenig getestet werde.

Großbritannien lockert Corona-Restriktionen deutlich

Trotz Warnungen vor einer Ausbreitung einer sehr ansteckenden Variante des Coronavirus genießen die Menschen in weiten Teilen Großbritanniens wieder deutlich größere Freiheiten. Im größten Landesteil England dürfen sich seit heute bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalte in geschlossenen Räumen treffen und müssen dabei auch keinen Abstand mehr halten. Im Freien sind sogar Treffen mit bis zu 30 Personen erlaubt. Umarmungen und Küsse zwischen Freunden und Verwandten sind wieder gestattet.

Museen, Zoos, Kinos, Theater und Sportstätten können ebenso öffnen wie Hotels und die Innengastronomie. Pubs und Restaurants dürfen aber nur am Tisch bedienen. Zudem ist Urlaub im Ausland wieder erlaubt. Allerdings ist eine Wiedereinreise nach Großbritannien ohne Quarantäne nur aus wenigen Ländern möglich, aus der EU steht nur Portugal auf dieser "grünen Liste". Wer aus Deutschland ankommt, muss sich weiterhin zehn Tage selbst isolieren und auf eigene Kosten zwei Corona-Tests machen. Premierminister Boris Johnson rief die Bevölkerung zu einer "hohen Dosis Vorsicht" auf. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, dass der Erfolg des jüngsten Lockdowns sowie des Impfprogramms nicht gefährdet werde, sagte der Regierungschef.

Das Ende von Corona


Risiko durch mutierende Viren: Wann wir endlich die Tricks des Erregers verstehen

Unicef: Reiche Staaten sollten Covax-Initiative mehr Impfdosen überlassen

Reiche Staaten könnten der Covax-Initiative nach Ansicht des UN-Kinderhilfswerks Unicef mehr als 150 Millionen Impfdosen bereitstellen, ohne ihre eigenen Impfprogramme zu gefährden. Die sieben führenden Industrienationen (G7) und die EU könnten dazu beitragen, die weltweite Impflücke zu schließen, indem sie 20 Prozent ihrer Vorräte für Juni, Juli und August der Covax-Initiative für die weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen überließen, heißt es in einer von Unicef veröffentlichten Studie der britischen Firma Airfinity. Dabei könnten die reichen Staaten noch immer ihre eigenen Impfprogramme wie geplant fortsetzen, betonte Unicef-Direktorin Henrietta Fore.

Im Juni findet in Großbritannien ein G7-Gipfel statt. Bis dahin fehlen dem Covax-Programm laut Unicef 190 Millionen Dosen. Dies liegt unter anderem an der dramatischen Corona-Lage in Indien, das eigentlich einen Großteil der Covax-Dosen produzieren und exportieren sollte, sie nun aber für die eigene Bevölkerung braucht.  

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt vierten Tag in Folge unter hundert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 5412 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Morgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 6922 Ansteckungen gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI bundesweit bei 83,1 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 119,1). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

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"Da war keine Angst oder Unsicherheit": Warum ich mich als Schwangere für die Corona-Impfung entschieden habe

Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Sonntag. 

Türkei lockert Beschränkungen nach hartem Lockdown

Die Türkei lockert nach einem knapp dreiwöchigen harten Lockdown die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Menschen dürfen das Haus ab heute tagsüber wieder verlassen, abends gilt aber ab 21.00 Uhr Ortszeit eine Ausgangssperre. Die türkische Regierung hatte Ende April angesichts hoher Infektionszahlen den 17 Tage langen Lockdown verhängt. Die Menschen durften nur aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Straße. Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf nötig sind, mussten schließen. Ausgangsbeschränkungen gelten nun weiter am Wochenende, die Einwohner dürfen dann nur für dringende Besorgungen auf die Straße. Auch Cafés und Restaurants bleiben vorerst weiter geschlossen und dürfen nur Lieferservice anbieten. 

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