Corona-News: Mehr als 23.000 Neuinfektionen in Deutschland – Trendumkehr bleibt aus

Die Coronavirus-Pandemie hält Deutschland weiterhin fest im Griff: Erneut melden die Gesundheitsämter fast 20.000 Neuinfektionen, während die Länder gegen die Ein-Freund-Regel rebellieren. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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Topmeldungen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland und der Welt

  • 23.648: RKI vermeldet neuen Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen (06.06 Uhr)
  • Merkel rechnet mit Corona-Impfstoff vielleicht schon im Dezember (22.05 Uhr)
  • Maskenverweigerer versprüht Reizstoff in Schnellrestaurant (17.28 Uhr)

Coronavirus in Deutschland: 23.648 Neuinfektionen! RKI vermeldet neuen Rekordwert

06.06 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.648 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.542 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der neu gemeldeten Fälle am Freitag um gut 1000. RKI-Chef Wieler hatte am Donnerstagmorgen davon gesprochen, dass der Trend zwar in die richtige Richtung zeige, die Zahlen aber "immer noch viel zu hoch" sein.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 879.564 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 260 auf insgesamt 13.630.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,99 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Merkel rechnet mit Corona-Impfstoff vielleicht schon im Dezember

22.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet schon im Dezember oder «sehr schnell nach der Jahreswende» mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffes in Europa. "Und dann wird das Impfen natürlich beginnen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend nach einem EU-Videogipfel.
"Man muss ja sagen, dass die Nachrichten der letzten Tage bezüglich der Entwicklung eines Impfstoffes sehr zuversichtlich stimmen."

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sagte nach dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs, dass die Impfstoffe von Biontec/Pfizer sowie von Moderna der Europäischen Arzneimittel-Agentur zufolge in der zweiten Dezemberhälfte eine bedingte Marktzulassung bekommen könnten, wenn alles problemlos weitergehe. Biontech/dpa

Der Mainzer Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass die Wirksamkeit ihres Impfstoffs bei 95 Prozent – und damit noch höher als bis dahin bekannt – liege. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen.

Mehr als 23.000 Neuinfektionen in Deutschland – Trendumkehr bleibt aus

20.40 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Länder bislang 866.515 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 23.151. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Zahl der Neuinfektionen kaum verändert (22.625 Neuinfektionen am 12. November).

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 127.091 (+3168), 2404 Todesfälle (+36)
  • Bayern: 169.096 (+4539), 3314 Todesfälle (+49)
  • Berlin: 53.314 (+1251), 422 Todesfälle (+21)
  • Brandenburg: 15.143 (+455), 284 Todesfälle (+15)
  • Bremen: 8877 (+124), 104 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 21.735 (+659), 281 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 70.200 (+2130), 961 Todesfälle (+26)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4933 (+144), 49 Todesfälle (+2)
  • Niedersachsen: 59.674 (+1527), 964 Todesfälle (+16)
  • Nordrhein-Westfalen: 216.802 (+5428), 2819 Todesfälle (+53)
  • Rheinland-Pfalz: 36.067 (+1024), 402 Todesfälle (+11)
  • Saarland: 11.211 (+344), 252 Todesfälle (+8)
  • Sachsen: 39.614 (+1272), 591 Todesfälle (+16)
  • Sachsen-Anhalt: 9269 (+322), 113 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 12.384 (+264), 231 Todesfälle (+2)
  • Thüringen: 12.105 (+500), 278 Todesfälle (+9)

Gesamt (Stand 19.11., 20.35 Uhr): 866.515 (+23.151), 13.469 Todesfälle (+265)

Vortag (Stand 18.11., 21.36 Uhr): 843.364, 13.204 Todesfälle

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 562.700 (Vortag: Rund 546.500)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 290.346 (Vortag: 283.660)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 19.11.): 0,88 (Vortag: 0,88)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3588 (+27)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2084 (+60)

Bislang sind bundesweit 13.469 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben. Laut Robert Koch-Institut sind 562.700 Menschen, die sich mit dem Virus infiziert hatten, inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der akut Infizierten (aktiven Fälle) bei 290.346.

Der bundesweite Inzidenzwert blieb am Donnerstag mit 139 im Vergleich zum Vortag unverändert. Somit haben sich im den vergangenen sieben Tagen im Schnitt 139 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Auch der R-Wert blieb mit 0,88 unverändert.

Corona-Pandemie: Schweden führt wieder Besuchsverbote in Altersheimen ein

18.30 Uhr: Schweden ebnet angesichts steigender Corona-Zahlen den Weg für die Wiedereinführung eines Verbots von Altersheimbesuchen. Die Regierung will die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten mit der Möglichkeit ausstatten, auf lokaler Ebene ein Besuchsverbot für Altersheime auszusprechen. Das teilte Ministerpräsident Stefan Löfven am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm mit. Es handele sich um eine sehr eingreifende und weitreichende Maßnahme, die deshalb nur dort eingeführt werden solle, wo sie wirklich gebraucht werde. Für die allerengsten Angehörigen der Heimbewohner solle es Ausnahmen geben.

Im Zuge der Corona-Krise hatte die Regierung solche Besuche im ganzen Land monatelang untersagt – es war eine der striktesten der schwedischen Corona-Beschränkungen gewesen. Dieses nationale Besuchsverbot war zum 1. Oktober nach fast einem halben Jahr von der Regierung aufgehoben worden.

Damals im Spätsommer hatte die Infektionslage in Schweden sehr gut ausgesehen. Seitdem hat sich die Situation in dem skandinavischen EU-Land jedoch wieder erheblich verschlechtert.

Top-Virologe Drosten erwartet "weitgehend normales" Leben im kommenden Jahr

18.22 Uhr: Nach den Erfolgen in der Impfstoffentwicklung gegen das Corona-Virus erwartet der bekannte Berliner Virologe Christian Drosten eine absehbare Normalisierung des Lebens im kommenden Jahr. "Ich glaube, dass wir nächstes Jahr um diese Zeit sehr viel weiter sind", sagte Drosten beim "Junge Elite Gipfel 2020" des Wirtschaftsmagazins "Capital". Zwar werde es immer noch Vorsichtsmaßnahmen geben, allerdings würden sich die Menschen dann "weitgehend normal" bewegen und verhalten können. dpa/Markus Schreiber/AP POOL/dpa Virologe Christian Drosten warnt vor einer Corona-Strategie mit Herdenimmunität.

Die Veranstaltung mit gut 300 Talenten und Führungskräften, bei der jedes Jahr die Preisträger der "Top 40 unter 40" bekanntgegeben werden, fand erstmals als Digitalkonferenz statt. Seit 2007 wird die Auszeichnung an herausragende Manager, Gründerinnen, Unternehmern, Politikerinnen und Wissenschaftlern verliehen. Vor 13 Jahren gehörte Drosten zu den ersten Preisträgern.

Der Chefvirologe der Berliner Charité widersprach zugleich dem verbreiteten Bild in der Öffentlichkeit, dass derzeit Virologen und Epidemiologen die Geschicke des Landes bestimmten. Entscheidungen träfen noch immer Politiker, seine Kollegen und er könnten lediglich beraten und wissenschaftliche Einschätzungen abgeben. "Ich glaube nicht, dass ich etwas mit Autorität beeinflussen kann", sagte Drosten und bezeichnete sich selbst als ein "kleines Rädchen".

Coronavirus in Deutschland: Maskenverweigerer versprüht Reizstoff in Schnellrestaurant

17.28 Uhr: Zwei Gäste und zwei Angestellte sind bei einer Reizstoff-Attacke in einem Schnellrestaurant in Berlin-Friedrichsfelde leicht verletzt worden. Ein Mann mit Sturmhaube soll das Reizmittel in der Nacht zu Donnerstag in dem Lokal versprüht haben, wie die Polizei mitteilte.

Den Angaben zufolge soll der Mann das Schnellrestaurant zunächst ohne Mund-Nasen-Schutz betreten haben. Er gab an, ein Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht zu haben, konnte dieses jedoch nicht vorweisen. Der Filialleiter verwies ihn des Hauses. Eine Viertelstunde später kehrte der Mann mit seiner etwas anderen Maske zurück. Er entkam unerkannt.

EU-Spitzenpolitiker wollen sich auch auf mögliche dritte Corona-Welle vorbereiten

15.43 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich heute wieder einmal online zu einem außerplanmäßigen Europäischen Rat, um ihre Corona-Politik abzustimmen. Ab 18 Uhr geht es auch um die Frage, „wie man mit einer möglichen dritten Welle umgehen will“, berichten EU-Diplomaten vor dem Spitzentreffen. Ein solches Szenario wird aktuell als „pessimistisch-realistischer Ausblick“ bewertet.

Beim kritischen Blick zurück könne man durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich nicht alle genügend mit einer möglichen zweiten Welle befasst hätten, ist vor dem Treffen zu hören. Staaten wie Taiwan oder Südkorea hätten es gut geschafft, eine zweite Welle abzuwenden. Auch von diesen Ländern könne man vielleicht lernen.

Falscher Arzt fordert 24.000 Euro für Spritzen gegen Corona

15.11 Uhr: Ein Betrüger hat sich am Telefon einem 84-Jährigen gegenüber als Arzt ausgegeben und für dessen angeblich corona-infizierten Sohn 24.000 Euro für dringend nötige Spritzen gefordert. Weil der Mann so viel Geld nicht im Haus hatte, habe er dem angeblichen Mediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) 12.000 Euro von der Bank in Aussicht gestellt, teilte die Polizei am Donnerstag in Hamburg mit. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin habe allerdings die Polizei alarmiert. Die Beamten nahmen nach einer fingierten Geldübergabe in Hamburg-Harburg einen 40-Jährigen fest. Nach den Komplizen werde weiter ermittelt.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang zu gesundem Misstrauen gegen Anrufer, die Geld oder Wertsachen einfordern. Wichtig sei, den Namen des Anrufers nicht zu erraten, sondern ihn sich nennen zu lassen. Bei angeblichen Verwandten könne ein Detail aus der gemeinsamen Vergangenheit erfragt werden. Beim geringsten Zweifel sollte einfach aufgelegt und die Polizei unter 110 informiert werden.

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Dänische Regierung: Gefährliche Corona-Mutation bei Nerzen offenbar "ausgemerzt"

14.30 Uhr: Nach der Notschlachtung von Millionen Nerzen will Dänemarks Regierung einen Großteil der Corona-Beschränkungen für die betroffene Region wieder aufheben. Die mutierte Version des Coronavirus sei offenbar "ausgemerzt", seit 15. September sei kein neuer Infektionsfall mehr aufgetreten, erklärte das Gesundheitsministerium am Donnerstag. Deshalb würden die strikten Beschränkungen für den Norden Jütlands am Freitag größtenteils wieder aufgehoben.

Die dänische Regierung hatte Anfang November die Keulung der bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen im Norden Jütlands eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form von Sars-CoV-2 entdeckt worden war. Es bestand demnach die Gefahr, dass die Mutation "Cluster 5" künftige Impfungen unwirksam machen könnte. dpa Nerze stehen ihren Käfigen in einem Bauernhof in Gjoel in Nordjütland.

In der vergangenen Woche räumte Landwirtschaftsminister Mogens Jensen ein, dass die Keulung aller Nerze im Land – einschließlich der gesunden Tiere – ohne rechtliche Grundlage verfügt wurde. Am Mittwoch reichte Jensen dann seinen Rücktritt ein.

Inzwischen wurden den Behörden zufolge alle 10,2 Millionen Tiere im Norden Jütlands gekeult, und auch die Tötung der Nerze in anderen Teilen des Landes geht weiter.

WHO: Ein Corona-Toter in Europa alle 17 Sekunden

12.55 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO beklagt eine wachsende Zahl an Corona-Todesfällen in Europa. In den vergangenen beiden Wochen habe die Zahl der Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19-Erkrankungen um 18 Prozent zugenommen, sagte der Direktor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Vergangene Woche seien mehr als 29.000 Todesfälle registriert worden, was bedeute, dass alle 17 Sekunden eine Person in der europäischen Region mit Covid-19 stirbt. dpa/Mary Altaffer/AP/dpa Medizinisches Personal transportiert eine Leiche aus einem Kühlwagen.

Dass derzeit pro Tag 4500 Leben an Covid-19 verloren gingen, sei vermeidbar, sagte Kluge. Wer sich an Richtlinien halte und gegen Missinformationen vorgehe, liefere einen Beitrag, um Sterbefälle zu vermeiden.

Kluge hatte aber auch Positives zu berichten: Dank dem Befolgen eines umsichtigen Verhaltens habe sich die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen in der vergangenen Woche von mehr als zwei Millionen in der Vorwoche auf schätzungsweise 1,8 Millionen verringert. "Das ist ein kleines Signal, aber ein Signal nichtsdestotrotz", so Kluge.

Corona-Pandemie: Deutsche haben ausgehamstert

10.40 Uhr: Verbraucher in Deutschland halten sich seit Beginn des Teil-Lockdowns mit dem Kauf von Hygieneartikeln und bestimmten Lebensmitteln zurück, nachdem sie sich zuvor damit eingedeckt haben. Darauf deutet eine am Donnerstag veröffentlichte Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes hin. Demnach lagen die Verkaufszahlen für in der Corona-Krise bislang stark nachgefragte Produkte wie Seife, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier in den ersten beiden Novemberwochen jeweils deutlich unter den Werten der beiden Vorwochen.

So sank beispielsweise der Absatz von Klopapier in der Woche vom 9. bis 14. November unter den Vorkrisen-Durchschnitt der Monate August 2019 bis Januar 2020 (minus 13 Prozent). Zwei Wochen zuvor war er noch knapp doppelt so hoch (plus 84 Prozent).

Die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln hat sich nach Angaben der Wiesbadener Behörde ebenfalls weitgehend normalisiert. Der Absatz von Teigwaren und von Backzutaten wie Mehl, Zucker und Hefe lag demnach in der Woche vom 9. bis 14. November jeweils deutlich unter den Veränderungsraten der Woche unmittelbar vor dem Teil-Lockdown.

Politiker und der Handel versichern immer wieder, die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs sei gesichert, und sie appellieren regelmäßig an die Verbraucher, keine "Hamsterkäufe" zu tätigen. dpa/Uli Deck/dpabild Eine Person steht mit zwei XXL-Packungen Toilettenpapier an einer Straßenbahnhaltestelle.

UKE-Intensivmediziner Kluge befürchtet dritte Corona-Welle

08.53 Uhr: Die zweite Welle ist noch nicht einmal beendet, da warnt der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, schon vor einer dritten Corona-Welle. "Wir werden einen Jojo-Effekt sehen, wenn die Zahlen jetzt runtergehen und es nach und nach Lockerungen gibt. Ich befürchte, dass die Menschen dann wieder leichtsinniger werden", sagte der Mediziner im Interview des "Hamburger Abendblatts". Im Sommer habe es lange gedauert, bis die Zahlen wieder angestiegen seien. "Aber im Winter halten sich die Menschen angesichts der Temperaturen viel mehr drinnen auf. Ich habe die Sorge, dass dann die dritte Welle kommt – davon müssen wir eigentlich ausgehen." Es sei deshalb nun wichtig, dass sich alle über Monate disziplinieren, auch wenn es schwer falle. Deutsche Welle Deutschland: Corona-Test am Fenster

Bei der Entwicklung der aktuellen Zahlen sehe er "kleine positive Signale". Entscheidend seien nun die Infektionszahlen der kommenden zehn Tage. Noch habe das UKE intensivmedizinische Reserven. Es gebe ausreichend Betten, Beatmungsgeräte und Monitore. "Aber wir brauchen für jedes Intensivbett auch Ärzte und Pflegekräfte. Der Zeitarbeitsmarkt ist leer." Deshalb würden Mitarbeiter in Rente wieder aktiviert und Teilzeit-Kollegen bekämen mehr Arbeitszeit angeboten. Zudem würden weniger zeitkritische Operationen verschoben, um Personal von anderen Stationen auch für die Covid-19-Patienten mit einsetzen zu können. "Wichtig ist: Meiner Einschätzung nach wird in Deutschland niemand sterben wegen eines fehlenden Intensivbetts."

Hamstern nimmt wieder ab: Absatz von Klopapier und Konserven normalisiert sich

08.43 Uhr: Deutschlands Verbraucher haben ihre Vorräte an Toilettenpapier, Mehl und Zucker sowie Gemüsekonserven vor dem Teil-Lockdown im November kräftig aufgestockt – seit Beginn der erneuten Beschränkungen ging die Nachfrage aber deutlich zurück. Die Verkaufszahlen für Hygieneprodukte wie Seife, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier lagen vom 2. bis 14. November deutlich unter den Werten der beiden Vorwochen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.  iStockphoto Teil-Lockdown: Erneut leichte Hamsterkäufe bei Klopapier & Co.

Der Absatz von Klopapier fiel demnach in der vergangenen Woche sogar unter den Vorkrisen-Durchschnitt. Die Nachfrage nach von der Statistik ausgewählten Lebensmitteln normalisierte sich weitgehend – auch der Absatz von Nudeln lag 17 Prozent unter Vorkrisenniveau, Backzutaten wie Mehl und Hefe wurden in der vergangenen Woche zwar mehr gekauft – die Steigerung war aber längst nicht so groß wie Ende Oktober. 

Die Entwicklung der Absatzzahlen der vergangenen vier Wochen "könnte darauf hindeuten, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Phase der wieder stark steigenden Covid-19-Infektionszahlen und unmittelbar vor dem Teil-Lockdown mit Produkten des täglichen Bedarfs eingedeckt haben", erläuterten die Statistiker – "um danach seltener einkaufen gehen zu müssen".

Fast 19.000 Neuinfektionen in Deutschland – erneut mehr als 300 Todesfälle

21.44 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Mittwoch 18.818 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Somit stieg die Zahl der positiven Tests auf insgesamt 843.364. 13.204 Menschen sind bislang an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung gestorben (+313). Bereits am Dienstag meldeten die Bundesländer mehr als 300 neue Todesfälle.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 123.923 (+3062), 2368 Todesfälle (+36)
  • Bayern: 164.557 (+3692), 3265 Todesfälle (+72)
  • Berlin: 52.063 (+1457), 401 Todesfälle (+8)
  • Brandenburg: 14.688 (+400), 269 Todesfälle (+8)
  • Bremen: 8753 (+296), 103 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 21.076 (+246), 281 Todesfälle (+19)
  • Hessen: 68.070 (+1567), 935 Todesfälle (+30)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4789 (+173), 47 Todesfälle (+5)
  • Niedersachsen: 58.147 (+1320), 948 Todesfälle (+21)
  • Nordrhein-Westfalen: 211.374 (+4156), 2766 Todesfälle (+66)
  • Rheinland-Pfalz: 35.043 (+921), 391 Todesfälle (+10)
  • Saarland: 10.867 (+146), 244 Todesfälle (+5)
  • Sachsen: 38.342 (+1513), 575 Todesfälle (+20)
  • Sachsen-Anhalt: 8947 (+274), 113 Todesfälle (+5)
  • Schleswig-Holstein: 11.120 (+208), 229 Todesfälle (+2)
  • Thüringen: 11.605 (+387), 269 Todesfälle (+5)

Gesamt (Stand 18.11., 21.36 Uhr): 843.364 (+18.818), 13.204 Todesfälle (+313)

Vortag (Stand 17.11., 21.01 Uhr): 824.546, 12.891 Todesfälle

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 546.500 (Vortag: Rund 530.200)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 283.660 (Vortag: 281.473)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 18.11.): 0,88 (Vortag: 1,00)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3561 (+44)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2024 (+14)

Laut Robert Koch-Institut sind 546.500 positiv getestete Personen inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der akut Infizierten (aktiven Fälle) bei 283.660.

Der R-Wert fiel am Mittwoch unter die kritische Marke von 1 – auf 0,88. Der Bundesweite Inzidenzwert fiel erneut leicht (von 141 auf 139). Im bundesweiten Durchschnitt haben sich in den vergangenen sieben Tagen somit 139 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert.


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