Curevac „verschlankt“ Produktionsnetzwerk

Das Biotechunternehmen Curevac hatte große Absichten – aber noch immer keinen zugelassenen COVID-19-Impfstoff im Markt. Nun zieht die Firma Konsequenzen und kündigt Kooperationsverträge für die Produktion auf.

Einer der großen Hoffnungsträger zur Beginn der Corona-Pandemie, das in Tübingen ansässige Unternehmen Curevac, hat bekanntgegeben, „die langfristige Ausrichtung  seines  externen europäischen Produktionsnetzwerks für seine mRNA-Produktpipeline anzupassen“.

Die Entscheidung sei eine Reaktion auf die geringere kurzfristige Spitzennachfrage nach Impfstoffen im Anschluss an die erste Welle der Pandemie-Impfanstrengungen, hieß es. Dies habe zu einer weiter „veränderten Nachfrage“ nach CureVacs COVID-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation (CVnCoV) geführt. Dieser wird derzeit von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geprüft.

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Konkret werden die bestehenden  Verträge  mit  Wacker Chemie für die Herstellung des mRNA-Wirkstoffs von CVnCoV sowie mit Celonic für dessen Herstellung und Formulierung gekündigt. Die Verträge von Curevac mit Rentschler Biopharma und Novartis sind hingegen nicht betroffen und bleiben bestehen. 

Die Kapazitätsanpassung führe nicht zu einer Einschränkung der Verfügbarkeit von klinischem Material für CV2CoV, den gemeinsam mit GSK entwickelten COVID-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation, so das Unternehmen weiter. Eine klinische Studie für CV2CoV werde voraussichtlich im vierten Quartal 2021 beginnen.

Ob die EMA den ersten Impfstoff zulassen wird, ist weiter offen. Ende Juni hatte Curevac bekannt gegeben, dass die Wirksamkeit von CVnCoV niedriger sei als die anderer Impfstoffe. Das Tübinger Biotechunternehmen war Anfang Juli davon ausgegangen, dass die EMA den Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen wird. Das Curevac-Präparat hatte einer finalen Analyse zufolge eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen eine COVID-19-Erkrankung über alle Altersgruppen hinweg gezeigt.

Die Bundesregierung hatte den Curevac-Impfstoff ursprünglich für die Impfkampagne eingeplant. An Curevac ist auch der Bund indirekt über die Staatsbank KfW zu 16 Prozent beteiligt. Auf diese Weise wollte die Politik das Unternehmen gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Den größten Anteil am Unternehmen hält der SAP- Mitbegründer und Investor Dietmar Hopp.

Auf Wacker Chemie hat die Kündigung des Vertrags keine größeren Auswirkungen, teilte der Münchner Konzern mit. Für den Geschäftsbereich Wacker Biosolutions habe das keinen wesentlichen Einfluss auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Wacker will die freiwerdenden Kapazitäten seiner niederländischen Impfstoffproduktion für andere Kunden nutzen.

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