Deutsche trauen Astrazeneca-Impfstoff nicht – Spahn offen für Vakzin aus Russland und China

Warten auf den dritten Corona-Impfstoff: Nach den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna soll am Freitag das schwedisch-britische Produkt Astrazeneca zugelassen werden. Alle aktuellen Meldungen rund um den Impfstoff und die Impfstrategie in Deutschland lesen Sie hier im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 31. Januar 2021

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Astrazeneca-Impfstoff in Italien nur bis 55 Jahre empfohlen

11.40 Uhr: Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die italienische Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels empfohlen. Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impfstoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilte die Arzneimittel-Agentur Aifa mit.

Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein "gewisses Maß an Unsicherheit" gezeigt. Dieser Teil der Bevölkerung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden.

Die Behörde empfahl den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns auf Grundlage dessen für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe verabreicht werden, wie es in der Mitteilung vom Samstag weiter hieß.

Spahn ist bei EU-Zulassung offen für Impfstoff aus Russland und China

10.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung auch für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland offen. "Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen", sagte Spahn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Entscheidend sei eine reguläre Zulassung nach europäischem Recht. dpa/Kay Nietfeld/dpa In der Diskussion um die Reihenfolge der Covid-19-Impfungen hat Gesundheitsminister Jens Spahn um Verständnis für die derzeitige Impfstrategie geworben.

Russland hatte am Freitag angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können. Damit könnten 50 Millionen Menschen geimpft werden. Ein Antrag zur Zulassung des Vakzins sei bereits bei der Europäische Arzneimittelagentur EMA eingereicht worden.

Der Wirkstoff war Mitte August als weltweit erster für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden, obwohl bis dahin wichtige Tests ausgestanden hatten. Das löste international Kritik aus. Unabhängige Studien sind bisher nicht bekannt.

Schock-Umfrage: Die Deutschen trauen dem Astrazeneca-Impfstoff nicht – nur 36 Prozent wollen ihn spritzen lassen

Sonntag, 31. Janaur, 08.50 Uhr: Obwohl der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU ohne Altersbeschränkung für Senioren zugelassen wurde, soll das Mittel in Deutschland nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht an Menschen ab 65 Jahren verimpft werden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert derweil eine Begründung für diese Entscheidung: „Der Gesundheitsminister muss auf dem Impfstoffgipfel erklären, warum wir in Deutschland von der europaweiten Zulassung abweichen.“ Für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ist bei der Impfreihenfolge nun „die ganze bisherige Planung neu zu bewerten“.

Nach den Diskussionen um den Impfstoff von Astrazeneca reagieren die Bürger sehr skeptisch auf dieses Mittel. Lediglich 36 Prozent würden sich mit diesem Präparat gegen Corona impfen lassen. 45 Prozent hingegen lehnen den Impfstoff laut einer Kantar-Umfrage für "Bild am Sonntag". 19 Prozent sind unsicher.

Italiens Arzneimittelbehörde empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für Erwachsene bis 55

20.55 Uhr: Die italienische Arzneimittelbehörde empfiehlt den seit Freitag in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca nur für Erwachsene bis zum Alter von 55 Jahren. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der EU-Arzneimittelbehörde EMA sei das Vakzin in Italien zwar zugelassen, erklärte die Behörde am Samstag. Menschen über 55 Jahre und besonders anfällige Menschen sollten jedoch bevorzugt mit den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft werden. dpa/Owen Humphreys/PA Wire/dpa Medizinisches Personal befüllt eine Spritze mit einem Corona-Impfstoff.

Zur Begründung erklärte die Behörde, es bestünden "gewisse Unsicherheiten" über die Wirksamkeit des Mittels bei älteren Menschen, da diese Altersgruppe bei den klinischen Test nur "schlecht vertreten" gewesen sei. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland empfieht den Astrazeneca-Impfstoff für Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

Nächster Rückschlag: Nun liefert auch Moderna weniger Impfstoff als erwartet

16.12 Uhr: Nächste Hiobsbotschaft für Deutschland und die Impfstrategie gegen Corona: Nachdem in den vergangenen Tagen klar wurde, dass das Unternehmen Astrazeneca weniger Impfdosen als angeblich zunächst vereinbart an die EU liefert, muss nun offenbar auch Moderna seine Lieferungen kürzen. Hamburgs regierender Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) schrieb am Samstag via Twitter, das Kanzleramt in Berlin habe mitgeteilt, "dass jetzt auch die zugesagten Lieferungen der Moderna-Impfstoffe reduziert werden". Tschentscher schrieb weiter nicht ganz ohne Verzweiflung: "Wie soll man da die Impfungen planen?"

In der Diskussion um Liefermengen ist dies die nächste unerfreuliche Nachricht für die Bundesregierung. Zuletzt hatten schon Biontech und Astrazeneca weniger Impfdosen bereitstellen können als ursprünglich erwartet. Biontech kündigte zuletzt allerdings an, in den kommenden Wochen teilweise wieder mehr zu liefern als vereinbart.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwartet für den Februar weitere fünf Millionen Impfdosen der drei Hersteller Astrazeneca, Biontech und Moderna. Bis zum 22. Februar hätten die Firmen Lieferungen mit Lieferdaten angekündigt, sagte Spahn am Samstag.

Bundesländer erhalten weitere fünf Millionen Impfdosen

12.59 Uhr: Bis zum 22. Februar werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums laut der Hersteller Biontech, Moderna und Astrazeneca mindestens weitere 5 Millionen Impfdosen an die Bundesländer geliefert. Das teilte das Ministerium am Samstag auf Twitter mit. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach auf Twitter von guten Nachrichten nach einem schwierigen Start. Nach Angaben des Ministeriums wurden seit Beginn der Impfkampagne vor fünf Wochen in Deutschland über 3,5 Millionen Impfdosen ausgeliefert und 2,2 Millionen verimpft.

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