Dutzende Wahlhelfer in Berlin abgesprungen – nachdem sie ihre Impfbescheinigung erhalten haben

Für die Bundestagswahl am 26. September werden Zehntausende Wahlhelfer gesucht. Wer sich für das Ehrenamt meldet, hat in einigen Bundesländern Anspruch auf eine Coronaimpfung. In Berlin wurde dieses Angebot offenbar von einigen Menschen ausgenutzt, um sich frühzeitig impfen zu lassen, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Wahlhelfer gehören dort zur Prioritätsgruppe drei.

Nach Angaben des Bezirksamtes haben 60 Freiwillige im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg kurz nach oder im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Erhalt einer Impfbescheinigung ihre Bereitschaft als Wahlhelfer zurückgezogen. Das Wahlamt prüfe die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens, sagte die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. 

Mediziner berichten


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Absagen dürfen nur aus bestimmten Gründen erfolgen

Stadträtin Heiß kritisierte das Verhalten: "Eine Absage führt nicht nur zu Mehraufwand, sondern gefährdet gegebenenfalls auch die ordnungsgemäße Durchführung der Wahl." Absagen dürften nur aus bestimmten Gründen erfolgen, wie familiäre oder berufliche Verpflichtungen. Reicht die Begründung für die Absage nicht aus, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis 500 Euro geahndet werden kann, sagte Heiß.

Auch in anderen Bezirken der Hauptstadt haben sich Wahlhelfer abgemeldet. Aus Steglitz-Zehlendorf hieß es, dass bei den bislang 20 Abmeldungen kein erkennbarer Zusammenhang mit der Impfbescheinigung bestehe.

Nach Angaben der Landeswahlleitung handelt es sich bei den Rückziehern aber lediglich um ein "Randphänomen". "Leute, die einen Impftermin haben wollen, kann es in Einzelfällen geben", sagte der Leiter der Geschäftsstelle, Geert Baasen. Da für die anstehenden Wahlen sehr viele Wahlhelfer benötigt werden, sei die Suche früh gestartet worden. "Deshalb kommt es vor, dass Leute absagen."

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