Laumann auf Apothekenbesuch bei Overwienings

Vergangenen Montagvormittag haben sich der nordrhein-westfälischeGesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die NRW-Landtagsabgeordnete HeikeWermer (beide CDU) einen Einblick in den Apothekenalltag verschafft. An ihrerSeite: Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ApothekerkammerWestfalen-Lippe.

Die Ludgeri-Apotheke in Heek wird geleitet von Ralf Overwiening,dem Ehemann der westfälisch-lippischen Kammerpräsidentin. Hier begrüßte amvergangenen Montag Gabriele Regina Overwiening prominenten Besuch aus der Politik: Dernordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kam vorbei – und mitihm die Landtagsabgeordnete HeikeWermer. Overwiening gewährte den beiden CDU-Politikern einen ausführlichen Blickhinter die Kulissen. Wie die Kammer in einer Pressemitteilung erklärt, ging es umdas konkrete Leistungsspektrum und die Herausforderungen, mit denen die Apotheker tagtäglich konfrontiert sind – das Für und Widerdes Apothekenstärkungsgesetzes habe man mit dem Minister bereits in denvergangenen Tagen diskutiert.

Versandhandel pickt nur die Rosinen

Und so ging es in die Rezeptur, wo Kapseln hergestellt wurden,beispielsweise für Kinder. Für die Industrie lohnt sich eine solche Produktionoft nicht. Overwiening machte deutlich: Am Ende steht für den Aufwand fürPrüfung, Herstellung und Dokumentation ein Honorar von zehn Euro pro Stunde. DerVersandhandel fertige solche Rezepturen nicht an – der „pickt sich nur dieRosinen heraus“, so Overwiening. Für Laumann persönlich hatte eine PTA spezielle„Ministerkapseln“ mit Vitamin C hergestellt. „Die brauch‘ ich nicht“, sagteLaumann – aber Wertschätzung für die in Handarbeit hergestellte Individualrezeptur gab es dennoch: „Sie leisten einen wichtigen Job“, befandenbeide Politiker.

Overwiening zeigte auch auf, welchen Aufwand daspharmazeutische Personal mittlerweile benötigt, um eine einfache Verordnungeinzulösen. Rabattverträge, Rahmenvertrag, Preisanker, Lieferengpässe – all das braucht Zeit. Am besten wäre es, so Overwiening, wenn einfach nur derWirkstoffname auf dem Rezept stehen würde. „Denn auf diesen kommt es am Endean“ – das sieht auch Laumann so.

300 Defekte auf einer Liste

Zum Thema Lieferengpässepräsentierte Overwiening ihren Besuchern Laumann und Wermer eine eng gedruckte Liste mit derzeit 300 vonder Ludgeri-Apotheke benötigten, aber nicht lieferbaren Arzneimitteln. „Immerwieder müssen Patientinnen und Patienten auf ein alternatives Medikamentumgestellt werden. Das bringt beispielsweise bei Antibiotika, Psychopharmakaund Schilddrüsenpräparaten viele Probleme mit sich.“ Einige der Gründe für dieEngpässe lieferte die Kammerpräsidentin gleich mit: In anderen Ländern werdemehr für verschreibungspflichtige Arzneimittel bezahlt, zudem die Konzentrationauf wenige Hersteller. Wenn ein Wirkstoff nur noch in einer Fabrik in Asienhergestellt werde und es dort zu Qualitätsproblemen komme, gebe es mancheMedikamente für Monate nicht mehr auf dem Markt. „Das ist eine Folge des stetiggewachsenen Kostendrucks“, so Overwiening.

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Laumann zeigte sich nach dem Besuch der Ludgeri-Apotheke überzeugt: „Trotz aller Klagen und Probleme haben wir immer noch eine ziemlich gute und sichere Versorgung mit Medikamenten – auch im ländlichen Raum.“ Und die brauche es dringend für die Arzneimittelsicherheit. „Die große Gefahr für die Versorgung ist, dass kein Arzt mehr vor Ort ist, der die Arzneimittel verordnet.“ Dem stimmte Overwiening zu und forderte eine kontinuierliche Unterstützung der Apotheken vor Ort, damit die Versorgung auch zukünftig in der Fläche erhalten bleibt: „Gerade wenn der Arzt geht, müssen wir dafür sorgen, dass die Apotheke für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort erhalten bleibt.“

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