Schon jetzt fast so viele Neuinfektionen, wie Merkel zu Weihnachten befürchtet hatte

Das Coronavirus wütet weiter. In Deutschland wurde ein neuer Lockdown beschlossen. Die USA melden derweil wenige Tage vor der Wahl einen neuen Rekord an Neuinfektionen. Alles Wichtige zum Coronavirus finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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Topmeldungen zum Coronavirus in Deutschland

  • Franzosen dürfen nur noch mit Bescheinigung vor die Tür (06.17 Uhr)
  • Erstmals mehr als 90.000 Corona-Neuinfektionen in den USA (05.52 Uhr)
  • Corona-Pandemie: Berliner Senat beschließt Teil-Lockdown – Ausnahmen für Kinder (19.56 Uhr)
  • Corona-Gipfel bringt nächsten Lockdown auf den Weg – die Beschlüsse im Überblick

Franzosen dürfen nur noch mit Bescheinigung vor die Tür

06.17 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Epidemie gelten in Frankreich weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die neuen Maßnahmen traten am Freitag (00.00 Uhr) in Kraft – sie sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können zwar auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen – müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Staatschef Emmanuel Macron hatte die Beschränkungen am Mittwoch angekündigt. Der 42-Jährige will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr. Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen; die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr bleiben die Schulen geöffnet. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen.

Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich – für die Rückkehr aus den Herbstferien gibt es am Wochenende aber Ausnahmen. Franzosen sprechen von einem "confinement", den Ausdruck kann man auch mit Lockdown übersetzen.

Frankreich ist von der Pandemie stark betroffen. Zuletzt gab es nach Behördenangaben über 47 600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es starben bisher mehr als 36 000 Menschen in dem Land. dpa/Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird in seiner Rede vermutlich die Meinungsfreiheit im Land ansprechen.

Erstmals mehr als 90.000 Corona-Neuinfektionen in den USA

Freitag, 30. Oktober, 05.52 Uhr: Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist im Land ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 91.295 neue Ansteckungsfälle erfasst. Damit wurde zum ersten Mal die Schwelle von 90.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gebrochen.

Zuletzt breitete sich das Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus. Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungsfälle in den Vereinigen Staaten stieg nach Angaben der Universität inzwischen auf 8,94 Millionen. In absoluten Zahlen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. -/XinHua/dpa

Merkel warnt bei Corona-Gipfel vor Schließung von Grenzen

22.22 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor der Schließung von Grenzen in der EU während der zweiten Welle der Corona-Pandemie gewarnt. Merkel habe bei einer Video-Konferenz der EU-Staats- und Regierungschefs erklärt, dass es für Deutschland "als Land in der Mitte Europas" wichtig sei, "dass die Grenzen offen bleiben", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstagabend. Es müsse "einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf" geben und die EU koordiniert die Pandemie bekämpfen. dpa/Kay Nietfeld/dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlässt den Bundestag mit einer Mund-Nasenbedeckung.

Die Staats- und Regierungschefs hatten am Donnerstagabend vor dem Hintergrund massiv ansteigender Infektionszahlen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz warnte vor Grenzschließungen wie während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr.

"Die Grenzen in Europa müssen offen bleiben", sagte Kurz. Alle Länder hätten "eine ähnliche Situation – manche sind ein paar Wochen voran, manche sind ein paar Wochen zurück". Viele EU-Staaten hätten aber bereits wieder "Lockdowns oder Lockdown-ähnliche Zustände". Sein Ziel sei "eine enge Koordinierung in der EU" bei den Covid-Maßnahmen, auch zum grenzüberschreitenden Reisen.

Kurz vor der Merkel-Marke: 18.179 Neuinfektionen in Deutschland – R-Wert sinkt unter 1,0

20.18 Uhr: In Deutschland haben sich bislang 489.392 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervor. Insgesamt meldeten die Bundesländer 18.179 Neuinfektionen. Somit steht Deutschland schon im Oktober kurz vor der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende September als mögliches Szenario prophezeiten 19.200 Fälle pro Tag zu Weihnachten. Damals wurden Stimmen laut, die sich über die hohe Zahl wunderten.

Die höchsten Anstiege verzeichneten Nordrhein-Westfalen (4772 Neuinfektionen), Bayern (3057) und Baden-Württemberg (2311).

Seit Beginn der Pandemie sind 10.258 Menschen mit einer Coronavirus-Erkrankung gestorben – allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 89 Todesfälle hinzu. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind 339.200 Menschen inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der aktiven Fälle bei 139.938 (Vortag: 128.244). Der R-Wert sank von 1,03 auf 0,97. Die Zahl der Covid-Patienten, die Intensivbetten belegen, stieg auf 1701 (+124 im Vergleich zum Vortag). 832 davon werden invasiv beatmet.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 77.448 (+2311), 2009 Todesfälle (+10)
  • Bayern: 99.472 (+3057), 2787 Todesfälle (+17)
  • Berlin: 30.355 (+1131), 253 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 7649 (+341), 193 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 5104 (+210), 71 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 12.946 (+390), 241 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 37.385 (+1697), 637 Todesfälle (+8)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2618 (+132), 23 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen: 33.895 (+1266), 741 Todesfälle (+6)
  • Nordrhein-Westfalen: 122.045 (+4772), 2083 Todesfälle (+24)
  • Rheinland-Pfalz: 19.093 (+688), 281 Todesfälle (+2) 
  • Saarland: 6594 (+318), 187 Todesfälle (+3)
  • Sachsen: 16.062 (+1166), 300 Todesfälle (+9)
  • Sachsen-Anhalt: 4829 (+222), 78 Todesfälle (+1)
  • Schleswig-Holstein: 7514 (+215), 174 Todesfälle (+4)
  • Thüringen: 6383 (+183), 203 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 29.10., 20.48 Uhr): 489.392 (10.258 Todesfälle)

Vortag (Stand 28.10., 20.48 Uhr): 471.213 (10.169 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 339.200 (Vortag: Rund 332.800)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 139.938 (Vortag: 128.244)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 29.10.): 0,97 (Vortag: 1,03)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 1701 (+124)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 832 (+64)

Wegen Corona-Pandemie: Rio sagt seinen Straßenkarneval ab

20.57 Uhr: Nach der Verschiebung des weltberühmten Karnevals im Sambodrom hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wegen der Corona-Pandemie den Straßenkarneval abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstag. Demnach hätten Vertreter von Karnevalsgruppen, die städtische Tourismusagentur Riotur und Spezialisten für Gesundheit und öffentliche Sicherheit die Absage nach einer Online-Besprechung festgelegt. dpa/Fabio Teixeira/ZUMA Wire/dpa Der Karnval in Rio de Janeiro ist in vollem Gange: „Mangueira“, eine der besten und beliebtesten Sambaschulen Brasiliens, hat das Leben von Jesus Christus neu ausgelegt und diesen im Sambodrom unter anderem als Schwarzen, Indigenen und Frau gezeigt.

Dem Bericht zufolge waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine Veranstaltung von der Größe des Straßenkarnevals von Rio in der Corona-Pandemie weder sinnvoll noch sicher ist. In diesem Jahr hatte der Karneval in Rio laut "G1" unter Berufung auf Riotur allein in vier Tagen mehr als drei Millionen Menschen auf die Straße gelockt. Ende September hatte Rio bereits die Umzüge im Sambodrom verschoben. Sie sollten im Februar stattfinden.

Corona-Pandemie: Berliner Senat beschließt Teil-Lockdown – Ausnahmen für Kinder

19.56 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Berlin ab 2. November für vier Wochen teilweise heruntergefahren. Der Senat beschloss am Donnerstag weitreichende Beschränkungen für die Bürger, für Gastronomie, Kultur und Sport. Er setzt damit einen von Bund und Ländern vereinbarten Teil-Lockdown um. dpa/Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen.

Die Ministerpräsidenten hatten sich bei einer Video-Schaltkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch auf eine Schließung von Gastronomiebetrieben, Theatern, Opern, Konzerthäusern, Fitnessstudios, Kosmetiksalons, Freizeit- und Sportstätten verständigt. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Für Kinder bis 12 Jahren gilt das in Berlin allerdings nicht – für sie ist weiter Training an der frischen Luft möglich.

Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet. Kinder bis 12 Jahren sind von dieser Regel ausgenommen. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Schulen und Kitas sollen ebenso offen bleiben wie Geschäfte.

Am Sonntag steht eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses zur Corona-Lage an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt dann eine Regierungserklärung zu den weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ab, im Anschluss ist eine Debatte geplant.

Fast 300.000 aktive Corona-Fälle in Italien

17.48 Uhr: Italien hat am Donnerstag 26.831 Corona-Infektionen binnen eines Tages verzeichnet. Das ist erneut ein Anstieg gegenüber dem Vortag, als 24.991 gemeldet wurden. Aktuell gibt es laut amtlichen Angaben fast 300.000 aktive Fälle in der Bevölkerung von 60 Millionen. Seit Mittwoch starben offiziell 217 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19. Insgesamt forderte die Pandemie in Italien bislang 38.122 Todesopfer. Cecilia Fabiano/LaPresse/dpa Die Corona-Pandemie verschärft sich in Italien wieder.

Inzwischen hat die Zahl der Infizierten in Italien die der Geheilten wieder überholt. Seit Anfang Mai bis Dienstag lag die Zahl der als geheilt geltenden Personen höher als die Quote der akut Erkrankten.

Erste Klage gegen Schließung eines Fitnessstudios geht in Berlin ein

16.41 Uhr: Am Mittwoch haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs den „Wellenbrecher-Lockdown“ beschlossen. Das bedeutet für einen Großteil der Gastronomie und für alle Kultureinrichtungen und Freizeitangebote die Schließung. Die Folge: Viele Betreiber sind wütend. Und bereits heute ging beim Verwaltungsgericht Berlin der erste Eilantrag eines Fitnessstudios gegen die neuen Maßnahmen ein, wie ein Gerichtssprecher FOCUS Online sagte. MBLifestyle/Shutterstock.com Steigende Corona-Zahlen: Ist Sport im Fitnessstudio noch möglich?

Der Besitzer fordert demnach, dass festgestellt wird, dass keine Grundlage für einen Lockdown besteht. Ob er mit seinem Antrag Erfolg haben wird ist allerdings fraglich, da die einzelnen Corona-Verordnungen der Länder noch nicht geändert sind und die Maßnahmen erst am Montag in Kraft treten. Weitere Anträge erwarten die Verwaltungsgerichte ab Montag.

In anderen Großstädten wie Hamburg, Köln oder Stuttgart gingen nach Auskunft der Verwaltungsgerichte bislang noch keine Klagen ein.

Bayern: Gericht lehnt Eilantrag gegen Sperrstunde ab, meldet aber Zweifel an

16.28 Uhr: Die Sperrstundenregelungen für Restaurants und die Teilnehmerbeschränkungen für private Feiern in Corona-Hotspots bleiben bis zum ab Montag bevorstehenden Teil-Lockdown in Kraft. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnte es am Donnerstag in einem Eilbeschluss ab, die Regelungen in der bayerischen Corona-Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen. Allerdings meldeten die Richter Zweifel an, ob die beiden Regelungen tatsächlich mit dem Grundgesetz und dem dort geregelten Parlamentsvorbehalt vereinbar sind.

Rein praktisch gesehen ist die Entscheidung zunächst nur für wenige Tage relevant: Ab dem 2. November und bis zum Monatsende müssen Restaurants nach einem Bund-Länder-Beschluss und der Bestätigung durch das bayerische Kabinett ohnehin komplett schließen – lediglich Liefer- und Mitnahmeangebote sowie Kantinen sind davon ausgenommen.

Putin schließt landesweiten Lockdown aus – trotz neuer Corona-Höchststände

Trotz neuer Höchststände bei den Corona-Infektionen und -Todesfällen hat Russlands Präsident Wladimir Putin einen landesweiten Lockdown ausgeschlossen. Die Regierung wisse, wie sie handeln müsse, und plane deshalb auch keine Maßnahmen, die den Geschäftsbetrieb und die Wirtschaft zum Erliegen bringen würden, sagte Putin am Donnerstag bei einem Investmentforum. dpa Russlands Präsident Wladimir Putin

Kurz zuvor hatte die Regierung ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 118 Millionen Euro für die Regionen angekündigt, die von der raschen Zunahme der Fälle völlig überwältigt sind. Nach Angaben der stellvertretenden Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa vom Vortag ist die Lage in 16 Regionen des Landes "kritisch". Dort seien bereits 90 Prozent der Corona-Intensivbetten belegt.

In Berichten war von akuten Engpässen auf allen Gebieten die Rede; in einigen Fällen mussten Patienten demnach sogar ihre eigenen Betten ins Krankenhaus mitbringen.

Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag einen Negativ-Rekord von 17.717 neuen Infektions- und 366 Todesfällen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich in Russland nach offiziellen Angaben mehr als 1,58 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt; mehr als 27.300 Infizierte starben demnach.

Sperrstunde und Alkoholverkaufsverbot in Niedersachsen gekippt

15.15 Uhr: Das niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außerhausverkauf von Alkohol gekippt. Wie das Gericht in Lüneburg am Donnerstag mitteilte, gab es mit seinem im gesamten Bundesland geltenden Beschluss der Klage einer Barbeitreiberin aus Delmenhorst statt. Dieser ist demnach nicht mehr anfechtbar. dpa/Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Menschen verlassen eine Bar.

Die konkrete Ausgestaltung der Regelungen zur Sperrstunde und zum Verbot des Außerhausverkaufs von Alkohol durch gastronomische Betriebe in der zuletzt am 22. Oktober veränderten Fassung der landeseigenen Corona-Verordnung stellten "keine notwendigen infektionsrechtlichen Schutzmaßnahmen" dar, teilte das Gericht mit. Derartige Maßnahmen könnten aber durchaus einen Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens leisten, merkte es weiter an.

Anstoß nahmen die Richter dabei an der pauschalen Regelung, die Sperrstunde und das Verkaufsverbot in allen Regionen mit einem sogenannten Sieben-Tage-Inzidenzwert von mehr als 35 oder 50 in Kraft zu setzen. Diese Verknüpfung sei "nicht ausreichend", hieß es dazu. Das habe das OVG bereits in einem Verfahren rund um ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Risikogebieten klargemacht.

Auch mit Blick auf den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter der Gastronomiebetriebe sei die Verordnung nicht schlüssig gegründet worden. So habe das Land nicht nachvollziehbar darlegen können, warum ausgerechnet der Aufenthalt in einem entsprechenden Betrieb zwischen 23.00 Uhr und 06.00 Uhr morgens ein erhöhtes Risiko bedeute.

Österreichs Lage spitzt sich zu: Lockdown am Samstag, erstmals mehr als 4000 Neuinfektionen

14.36 Uhr: In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland.

Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Er kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert.

Am späten Mittag verkündete Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz dann, dass am Samstag neue Verschärfungen verkündet werden sollen. "Wir bereiten gut vor", so der Kanzler laut dem Portal "oe24.at". Kurz wollte vorerst nicht kommentieren, ob es zu Ausgangssperren kommt. Bereits am Morgen hatte "oe24.at" verkündet, dass es in Österreich einen "Lockdown-light" nach deutschem Vorbild geben soll.

Kurz appellierte, auf Familienfeiern an Allerheiligen zu verzichten und die sozialen Kontakte zu reduzieren. Man sei allerdings auf diese Phase vorbereitet, so der Kanzler. dpa/Roland Schlager/APA/dpa Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Rahmen einer Pressekonferenz nach einer Videokonferenz der Bundesregierung mit den Landeshauptleuten im Bundeskanzleramt in Wien.

 

Rekordwert: Bayern meldet erstmals über 3000 Neuinfektionen

14.07 Uhr: Die bayerischen Gesundheitsämter haben am Donnerstag mit 3057 Neuinfektionen einen Rekordwert gemeldet. Seit Beginn der Pandemie hatte der Wert nie höher gelegen und erreicht erstmals die 3000. Zuvor hatte Ministerpräsident Markus Söder in einer Erklärung bereits von über 3000 Neuinfizierten gesprochen und im Anschluss verkündet, Bayern setze noch schärfere Kontaktbeschränkungen an, als es Bund und Länder am Mittwoch beschlossen hatten.

Spahn blickt inzwischen anders auf die Pandemie

11.31 Uhr: Gundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

Der Blick in Nachbarländer wie Belgien oder die Niederlande zeige, dass Infektionszahlen auch entgleiten könnten. Deutschland habe eine gute Chance, den richtigen Zeitpunkt für die Bekämpfung der Pandemie zu treffen. Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Umfrage: Deutsche so unzufrieden mit Corona-Politik der Regierung wie seit Krisenbeginn nicht mehr

08.03 Uhr: Die Deutschen sind so unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung wie seit Anfang der Krise nicht mehr. Wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey hervorgeht, sind derzeit nur noch 56,2 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Corona-Politik der Bundesregierung. 33,3 Prozent sind unzufrieden, 10,5 Prozent zeigen sich unentschieden.

Im Vergleich: Den letzten Tiefstand zählte das Meinungsforschungsinstitut Ende März. Hier waren 31,3 Prozent unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Lediglich 55,3 Prozent waren zufrieden und 13,4 Prozent unentschieden.

Wenig einverstanden zeigten sich besonders die Wähler der FDP. 59,2 Prozent stimmten für „unzufrieden“, 33,9 Prozent antworteten gar „sehr unzufrieden“.

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