Vor allem nach der zweiten Dosis: Vier Tipps, um starke Impfreaktionen zu vermeiden

Gerade nach der zweiten Impfdosis mit einem mRNA-Vakzin leiden viele Menschen unter Impfreaktionen. FOCUS Online erklärt, mit was Sie rechnen müssen, was die Wahrscheinlichkeit dafür steigert und senkt – und wann Sie mit einem Arzt Rücksprache halten sollten.

Schon die erste Dosis einer Corona-Impfung sorgt bei einigen Menschen für Unwohlsein. Es ist allerdings vor allem die zweite, die bei den meisten starke Impfreaktionen auslöst. Das gilt zumindest für die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Auch bei Kreuzimpfungen, also nach einer ersten Astrazeneca-Dosis, werden die Präparate nun verabreicht. FOCUS Online erklärt, welche Impfreaktionen zu erwarten sind – und was Sie tun können, um Impfreaktionen vorzubeugen.

Impfreaktionen im Vergleich

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden, die Centers for Desease Control und Prevention (CDC), veröffentlichten vor einigen Monaten Überblicksdaten zu den Impfreaktionen nach der ersten und zweiten Impfdosis. Diese zeigen: insbesondere bei Personen zwischen 18 und 55 Jahren sind die Reaktionen nach der zweiten Impfung deutlich stärker.

 

Moderna:

 

Kreuzimpfungen:

Ob die Impfreaktionen bei Kreuzimpfungen, also Vektor- plus mRNA-Dosis, genauso stark oder noch stärker als bei homologer Impfreihenfolge sind, ist nach bisheriger Studienlage noch nicht eindeutig geklärt. Eine „Lancet“-Studie war etwa von verstärkten Impfreaktionen ausgegangen. In einer kurz darauf von der Charité Berlin veröffentlichten Zwischenauswertung kamen Wissenschaftler hingegen zu dem Schluss, dass auch eine Kreuzimpfung „gut vertragen“ werde.

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Vier Tipps: So verhindern Sie starke Impfreaktionen

Gänzlich verhindern können Sie Impfreaktionen nicht. Diese sind sehr individuell und können von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt vorkommen. Sie können aber dazu beitragen, dass sich die Beschwerden nicht verschlimmern und stärker werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfiehlt daher:

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Unterschied: Impfreaktionen, Impfkomplikationen und Impfschäden

Was wir landläufig als „Nebenwirkungen“ bezeichnen, sind in den meisten Fällen Impfreaktionen, beziehungsweise Impfkomplikationen. Nur selten kommt es zu Impfschäden, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Website erläutert:

  • Impfreaktionen sind üblicherweise der Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen ab. Das können zum Beispiel stärkere Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Gelenkschmerzen, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle, Rötung, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome sein.
     
  • Impfkomplikationen sind hingegen schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Nach Impfungen sind sie sehr selten. Dabei handelt es sich um Symptome, die über das übliche Maß einer Impfreaktion – wie oben beschrieben – hinausgehen. Besteht der Verdacht einer solchen gesundheitlichen Schädigung, muss der behandelnde Art diese dem Gesundheitsamt melden.
     
  • Impfschäden sind Impfkomplikationen, die in sehr seltenen Fällen so gravierend sind, dass sie längerfristig eine gesundheitliche oder wirtschaftliche Folge darstellen. Diese Folge können Sie sich auf Antrag hin als Impfschaden anerkennen lassen.

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

In den meisten Fällen handelt es sich bei den genannten Beschwerden also um Impfreaktionen. Sie sind unangenehm, aber harmlos. Sollten die Symptome allerdings stärker werden und auch nach mehreren Tagen nicht nachlassen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Etwa dann, wenn das Fieber stark ansteigt, Übelkeit anhält oder Kopfschmerzen massiv sind. Auch Hautveränderungen wie Ausschlag sollten abgeklärt werden, in seltenen Fällen treten sie auch in anderen Bereichen als am Impfarm auf.

Als Faustregeln gelten:

Immunologe: In der persönlichen Risikoabwägung gewinnt immer die Impfung

Und auch wenn die Imperfektionen unangenehm sind – die Impfung hat ihren Sinn. „Es geht nicht darum, eine grippeähnliche Erkrankung mit ein paar Tagen Bettruhe zu verhindern, sondern eine Krankheit, die mich ins Krankenhaus bringen oder an der ich sogar sterben könnte“, betonte Carsten Watzl, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie bereits im Frühjahr, als das Impftempo in Deutschland langsam anzog. „Die möglichen Nebenwirkungen durch die Impfung sind alle vorübergehend, wie etwa grippeähnliche Symptome, die kurz nach der Impfung auftreten.“

Darüber hinaus gebe es zwar noch bei wenigen Menschen allergische Reaktionen. Aber: „Mein Risiko, irgendeinen Schaden durch die Impfung zu nehmen, ist viel geringer als mein Risiko durch die Coronavirus-Infektion. Das gilt auch für junge Menschen, die nur zu einem geringen Prozentsatz im Krankenhaus landen. Zumal wir wissen, dass auch die jungen Leute, selbst wenn sie wieder genesen, teilweise noch unter Langzeitfolgen durch die Infektion leiden.“ Sein Fazit lautet also: „In der persönlichen Risikoabwägung gewinnt die Impfung immer, auch für 20-Jährige.“

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