Effektiver Workout mit dem E-Bike verbrennt 300 Kalorien trotz Elektromotor.

Wer mit zu vielen Kilos zu kämpfen hat, sollte sich für den Sport Unterstützung holen. E-Bikes sind eine hervorragende Möglichkeit, wieder fit zu werden. Oft reicht dabei schon der Weg zur Arbeit.

Dass Bewegung nützlich ist, wenn man überflüssige Pfunde loswerden möchte, ist naheliegend. Doch wer Übergewicht hat, tut sich schwerer mit Sport, denn die Möglichkeiten sind oft eingeschränkt, weil die Gelenke oder das Herz zu stark belastet werden. Schwimmen ist eine schonende Art, Radfahren ebenfalls.

Das haben Forscher aus Dänemark nachgewiesen. Sie untersuchten, ob schon gemütliches Radfahren etwas bringt. Ihre Probanden waren 130 junge Frauen und Männer mit einem Body Mass Index zwischen 25 und 35 (Übergewicht bis Fettleibigkeit Grad I) und einem Körperfettanteil ab 32 Prozent bei den Frauen und mindestens 25 Prozent bei den Männern. Die Teilnehmer waren echte Couch-Hocker, die keinerlei Sport treiben. Für die Studie sollten sie sich sechs Monate lang regelmäßig bewegen – eine Gruppe mit dem Rad zur Arbeit fahren (14 Kilometer pro Tag), die andere in der Freizeit moderat Sport betreiben, die dritte bekam ein intensives Fitnessprogramm, die vierte verbrachte die Freizeit weiter auf dem Sofa. Das erstaunliche Ergebnis: Die Radfahrer hatten nach den sechs Monaten im Durchschnitt 4,5 Kilo mehr Fettmasse verloren, berichten die Wissenschaftler der Universität Kopenhagen im International Journal of Obesity.

"Effektiver Workout" auch mit dem E-Bike

Aber lässt sich das auch auf E-Bikes übertragen? Eine Studie der University of Colorado Boulder (veröffentlicht im European Journal of Applied Physiology) bestätigt, dass E-Radler einen "effektiven Workout" erzielen. Auch sie untersuchten 20 Testpersonen, die vier Wochen lang täglich mit dem Rad zur Arbeit fuhren und somit kein extra Fitness-Programm in ihren Alltag integrieren mussten.

"Das Tempo, in dem die Teilnehmer fuhren, war ihnen selbst überlassen", schreiben die Forscher. "Die moderate Intensität ermöglichte es ihnen, unsere Empfehlungen von mindestens 40 Minuten Bewegung am Tag tatsächlich einzuhalten. Innerhalb der vier Wochen war ihr Risiko für Arteriosklerose und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich gesunken. Das gilt vor allem für Menschen, die sich sonst sehr wenig bewegen." Die Wissenschaftler nutzten dabei bewusst das E-Doping durch den Elektromotor an den Fahrrädern. "Die Unterstützung ermöglicht es, längere und hügelige Distanzen zu bewältigen." Weiterer Motivationsfaktor: das Tempo. Durch den Motorantrieb kamen sie auf bis zu 30 Kilometer pro Stunde.

Am Ende waren die Radfahrer durchweg gesünder und fitter, mit deutlich verbesserter aerober Fitness, bei der Zucker mittels Sauerstoff verbrannt wird. Die Blutzuckerwerte hatten sich dadurch verbessert und sie hatten Körperfett abgebaut.

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Elektroantrieb ist schonend für Körper und Kreislauf

E-Bikes unterstützen, fahren aber nicht von selbst. Der Wechsel von Anstrengung beim Treten und Entlastung durch den Elektroantrieb ist besonders schonend für die Gelenke und das Ganze lässt sich nach den eigenen Bedürfnissen steuern. Sportmediziner gehen davon aus, dass bei durchschnittlicher Belastung auf dem E-Bike rund 300 Kalorien pro Stunde verbrannt werden.

Um den Kreislauf in Schwung zu bekommen und in den aeroben Bereich zu gelangen, empfiehlt der Heidelberger Sportmediziner Michael Lehmann, dass E-Bike-Fahrer immer ein bisschen außer Atem sein, aber nie in Sauerstoffnot kommen sollten. "Also radeln, ohne zu schnaufen." Außerdem schont E-Bike-Fahren die Gelenke, weil man an Steigungen die Unterstützung des Motors hat und sitzend und bei gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfahren kann, ohne im Stehen in die Pedale treten zu müssen.  

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