Unbedingt ausprobieren! Das ist die einfachste Paarübung der Welt

Wenn es in einer Partnerschaft kracht, steckt nicht immer ein gravierendes Problem dahinter. Häufiger sind kleine Missverständnisse verantwortlich, die umso schlimmer wirken, je weniger emotionale Nähe zum Partner besteht. Wie Sie dem mit einer einfachen Übung entgehen.

Viele Paare verpassen es nämlich nach der intensiven Anfangszeit, in der man sehr viel redet und sich sehr viel voneinander erzählt, sich regelmäßig upzudaten. Und sie verlernen, einander zuzuhören. Schnell reagieren sie auf das, was der andere sagt, entgegnen etwas, bevor sie überhaupt wirklich verstanden haben, was gemeint ist.

Deshalb empfiehlt sich für Paare, die wieder mehr Nähe zueinander möchten, die folgende ganz einfache Übung, die auch dann passt, wenn nicht viel Zeit ist. Denn es braucht nur eine halbe Stunde. Und Paare, die diese Übung nur einmal in der Woche gemeinsam machen, fühlen sich schon nach wenigen Wochen wieder wohler miteinander, kennen sich besser, haben mehr Verständnis füreinander und streiten weniger. Precht

Über die Expertin

Als Psychologin beschäftigt sich Anke Precht besonders mit den Themen Resilienz und mentale Stärke. Sie arbeitet seit über 20 Jahren therapeutisch mit Hypnose. Precht ist Mutter von drei Kindern und lebt in einer Patchworkfamilie in Offenburg.

„Wenn dir das Leben in den Arsch tritt, nutze den Schwung“ von Anke Precht

Einander zuhören

  • Der Timer wird auf zehn Minuten gestellt. Nun beginnt einer der Partner, dem anderen zu erzählen, was ihn gerade beschäftigt, oder was er dem anderen gerne über sich selbst sagen möchte. Das heißt, der Sprechende spricht über sich. Der andere hört zu. Und schweigt. Sowohl mit Worten, als auch in seiner Körpersprache.
  • Wenn nach zehn Minuten der Timer klingelt, bedankt sich der Zuhörer für das Mitgeteilte, und der Sprecher für das Zuhören.
  • Jetzt werden die Rollen getauscht. Damit das Gesagte aber wirklich sicher ist, darf der zweite Sprecher nicht über das reden, was der erste gesagt hat oder darauf reagieren. Stattdessen sagt er genau das, was er auch gesagt hätte, wenn er als Erster an der Reihe gewesen wäre.
  • Ist die Zeit abgelaufen, bedanken sich wieder beide beieinander. Dabei ist egal, wie es ihnen mit dem geht, was gesagt wurde. Das darf nun erst einmal sacken und verdaut werden. Reaktionen darauf, also was es ausgelöst hat, kann beim nächsten Mal dann in die zehn Minuten gepackt werden.

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  • Richtiges Zuhören

    Was ist wichtig, damit die Übung ihre heilsame Kraft entfalten kann? Erst einmal, dass man wirklich zuhört und keine Kommentare gibt. Dass man auch danach nicht darüber spricht. So bleibt das Gesagte geschützt. Beide Partner fassen wieder mehr Vertrauen und sind offener miteinander, weil sie wissen, dass das, was sie aussprechen, ihnen nicht gleich um die Ohren gehauen wird.

    Außerdem ist entscheidend, dass jeder wirklich nur über sich selbst spricht. Natürlich kann etwas, das beide miteinander erlebt haben, der Auslöser sein. Dann aber geht es um „wie geht es mir damit“. Das kann zum Beispiel so klingen: „Als du gestern so spät nach Hause kamst, habe ich mir erst Sorgen gemacht, dir könnte etwas passiert sein. Dann bin ich immer wütender geworden, weil ich dachte, ich bin dir nicht wichtig. Ich kenne das Gefühl, das geht mir immer wieder so, wenn wir etwas vereinbaren, an das du dich nicht hältst. Dann habe ich oft auch Angst, dass du gar nicht kommst oder mich nicht mehr liebst.“

    Keine Vorwürfe machen! Gleichzeitig ist es auch erlaubt, während der zehn Minuten Pausen zu machen, einmal nichts zu sagen. Es ist eine Zeit, die dem Sprecher gehört und die er nutzen darf für das, was ihn gerade beschäftigt.

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